Zitadelle der Hồ-Dynastie, UNESCO-Weltkulturerbe Festung in Vĩnh Lộc, Vietnam
Die rechteckige Steinanlage misst 870 Meter von Nord nach Süd und 883 Meter von Ost nach West, wobei vier monumentale Tore jede Himmelsrichtung markieren. Innerhalb der Umfassungsmauern erstrecken sich archäologische Überreste administrativer Gebäude und militärischer Strukturen. Die äußeren Mauern erreichen eine Dicke von bis zu vier Metern und variieren in der Höhe zwischen fünf und sieben Metern.
Die Zitadelle diente von 1398 bis 1407 als westliche Hauptstadt während der Hồ-Dynastie und fungierte als Verwaltungs- und Militärzentrum. Hồ Quý Ly ließ die Festung errichten, nachdem er die Trần-Dynastie gestürzt hatte. Nach der Ming-Invasion im Jahr 1407 fiel die Anlage unter chinesische Kontrolle, bis vietnamesische Truppen das Gebiet Jahrzehnte später zurückeroberten. Die Stätte geriet nach dem Dynastiewechsel zunehmend in Vergessenheit.
Die Befestigungsanlage verkörpert Prinzipien der traditionellen vietnamesischen Kosmologie und diente als Modell für die ideale Stadt gemäß den Lehren des Konfuzianismus. Der Grundriss folgt symbolisch der Vorstellung vom Reich der Mitte und zeigt den Einfluss chinesischer Stadtplanungskonzepte auf die mittelalterliche Architektur des Landes. Die Stätte repräsentiert die kurze, aber bedeutende Periode kultureller Entwicklung unter der Herrschaft der Hồ-Familie.
Besucher können alle vier Tore der Festung besichtigen, wobei der südliche Eingang 9,5 Meter hoch und 15 Meter breit ist. Die Stätte liegt etwa 150 Kilometer südlich von Hanoi und ist über die Nationalstraße 1A erreichbar. Vor Ort gibt es ein kleines Besucherzentrum mit Ausstellungen zur Geschichte der Dynastie. Die beste Reisezeit ist während der trockenen Monate von November bis April.
Die Mauern bestehen aus massiven Steinblöcken mit einer durchschnittlichen Länge von zwei Metern, die ohne Mörtel zusammengefügt wurden und seit über 600 Jahren ihre strukturelle Integrität bewahren. Die Baumeister verwendeten eine präzise Bearbeitungstechnik, bei der die Oberflächen so exakt geschliffen wurden, dass die Blöcke durch ihr Eigengewicht stabil bleiben. Diese Konstruktionsmethode war für die damalige Zeit in Südostasien außergewöhnlich.
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