Michailowski-Theater, Opernhaus am Kunstplatz, Sankt Petersburg, Russland
Das Michajlowski-Theater, auch bekannt als Maly-Theater, ist ein Opern- und Ballettkomplex am Kunstplatz in Sankt Petersburg und gehört zu den historischen Spielstätten der Stadt. Der Zuschauerraum zeigt ein dreistufiges Balkonsystem in weiß-goldenen Farben, das sich um die Bühne legt, während ein großer Kronleuchter vom Deckenzentrum herabhängt und den Raum bis in die obersten Ränge ausleuchtet.
Zar Nikolaus I. ließ das Haus 1833 erbauen, um der französischen Bühnentradition in der russischen Hauptstadt einen Rahmen zu geben. In den folgenden acht Jahrzehnten beherrschten französischsprachige Truppen das Repertoire, bevor nach der Oktoberrevolution russische Ensembles das Programm übernahmen und den Fokus auf heimische Komponisten legten.
An Ballettabenden kann man im Publikum oft elegante Kleidung beobachten, denn viele Besucher betrachten den Gang ins Theater als gesellschaftliches Ereignis. Der Name ehrt Großfürst Michail Pawlowitsch, den jüngeren Bruder des Zaren, der das Haus lange Zeit als repräsentatives Zentrum des Hoflebens betrachtete und regelmäßig dort erschien.
Am besten verschafft man sich schon beim Betreten einen Überblick über die Saalaufteilung, denn die Balkone können etwas verwinkelt wirken und die Suche nach dem richtigen Rang etwas Zeit beanspruchen. Wer sich für einen ruhigeren Überblick interessiert, sollte an Werktagnachmittagen vorbeikommen, wenn weniger Besucher unterwegs sind und die Kassenschalter frei bleiben.
Im Jahr 2012 verließ Natalia Osipowa das Bolschoi-Theater und trat dem hiesigen Ensemble bei, was innerhalb der russischen Ballettszene für Aufsehen sorgte. Ihre Entscheidung markierte einen seltenen Fall, in dem eine Solotänzerin die Moskauer Bühne zugunsten von Sankt Petersburg aufgab und damit die Wahrnehmung der Prioritäten im Tanztheater kurzzeitig verschob.
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