Jacques Herzog hat zusammen mit Pierre de Meuron das Architekturbüro Herzog & de Meuron gegründet, das weltweit Bauten unterschiedlichster Art realisiert. Die Projekte umfassen Museen, Stadien, Wohngebäude und Kulturzentren in Europa, Asien und Amerika. Das Büro entwickelt für jeden Standort spezifische Lösungen, die sich mit der städtischen Umgebung auseinandersetzen. Zu den realisierten Projekten gehören die Umgestaltung des Tate Modern in London, das Nationalstadion in Peking für die Olympischen Spiele 2008, die Elbphilharmonie in Hamburg und das Pérez Art Museum in Miami. Die Bauten zeichnen sich durch experimentelle Fassadengestaltung und innovative Materialverwendung aus. Herzog & de Meuron haben 2001 den Pritzker-Preis erhalten.
London, Vereinigtes Königreich
Tate ModernDie Tate Modern wurde von Herzog & de Meuron durch die Umwandlung des ehemaligen Bankside-Kraftwerks geschaffen, eines massiven Backsteinbaus aus dem Jahr 1947. Die Architekten behielten die industrielle Struktur bei und fügten ein markantes Lichtband hinzu, das sich über die gesamte Länge des Gebäudes erstreckt. Der 99 Meter hohe ehemalige Schornstein dient als Orientierungspunkt am Südufer der Themse. Die Turbinenhalle im Inneren bietet einen riesigen Ausstellungsraum von 155 Metern Länge und 35 Metern Höhe für großformatige zeitgenössische Kunstinstallationen.
Peking, China
Nationales Stadion PekingDas Nationalstadion von Peking wurde von Jacques Herzog und Pierre de Meuron für die Olympischen Spiele 2008 entworfen. Die 91 000 Zuschauer fassende Anlage zeichnet sich durch ihre außengelagerte Stahlkonstruktion aus verflochtenen Trägern aus, die dem Bauwerk den Spitznamen Vogelnest einbrachte. Die tragenden Elemente bilden ein dreidimensionales Netzwerk, das sowohl strukturelle als auch gestalterische Funktionen erfüllt. Die Geometrie der Stahlstreben entstand durch computergestützte Berechnungen und schafft ein komplexes Muster ohne erkennbare Wiederholung.
München, Deutschland
Allianz ArenaDie Allianz Arena wurde 2005 als Austragungsort der FIFA-Weltmeisterschaft 2006 eröffnet. Das Stadion verfügt über eine pneumatische Außenhaut aus 2 760 rautenförmigen ETFE-Kissen, die je nach Veranstaltung in Rot, Weiß oder Blau beleuchtet werden können. Diese Membranfassade erstreckt sich über eine Fläche von 66 000 Quadratmetern und ermöglicht verschiedene Lichtszenarien für die Heimspiele der beiden Münchner Fußballvereine. Das von Herzog & de Meuron entworfene Bauwerk bietet Platz für 75 000 Zuschauer.
Hamburg, Deutschland
Elbphilharmonie HamburgDie Elbphilharmonie wurde 2017 eröffnet und erhebt sich 110 Meter über den Hamburger Hafen. Das Konzerthaus verbindet den historischen Kaispeicher A aus rotem Backstein mit einem modernen Glasaufbau, der an Wellen oder Eiskristalle erinnert. Der große Saal bietet 2 100 Sitzplätze und verfügt über eine Weinberg-Architektur, bei der das Publikum das Orchester umgibt. Die gewellte Glasfassade besteht aus 1 100 individuell geformten Paneelen, die das Licht unterschiedlich reflektieren. Eine öffentlich zugängliche Plaza in 37 Metern Höhe trennt den alten Speicher vom neuen Konzertsaal und bietet Ausblicke auf die Stadt und den Hafen.
Weil am Rhein, Deutschland
Vitra CampusDer Campus Vitra vereint Produktionshallen, Ausstellungsräume und administrative Gebäude des Möbelherstellers Vitra. Jacques Herzog und Pierre de Meuron realisierten hier mehrere Bauten, darunter das VitraHaus aus dem Jahr 2010, das aus zwölf gestapelten Hausformen besteht und als Schauraum für die Wohnmöbelkollektion dient. Der Campus beherbergt außerdem das Vitra Design Museum von Frank Gehry sowie Werke weiterer Architekten und bietet Führungen durch die Sammlung zur Designgeschichte und zeitgenössischen Architektur.
San Francisco, Vereinigte Staaten
De Young MuseumDas de Young Museum wurde von Herzog & de Meuron entworfen und 2005 im Golden Gate Park wiedereröffnet. Das Gebäude zeichnet sich durch seine Fassade aus perforiertem Kupfer aus, die mit der Zeit eine natürliche Patina entwickelt. Der 44 Meter hohe Aussichtsturm bietet einen Rundblick über San Francisco und die Bucht. Die Architektur integriert sich in die Parklandschaft durch ihre horizontale Ausrichtung und die Verwendung natürlicher Materialien. Das Museum beherbergt amerikanische Kunst vom 17. Jahrhundert bis heute sowie Sammlungen aus Afrika, Ozeanien und Amerika.
Miami, Vereinigte Staaten
Pérez Art Museum MiamiDas Pérez Art Museum Miami wurde von den Architekten Herzog & de Meuron entworfen und 2013 eröffnet. Das Museum liegt direkt an der Biscayne Bay im Museum Park. Die Architektur kombiniert hängende Gärten mit überdachten Außenbereichen, die Schatten spenden und natürliche Belüftung ermöglichen. Die Konstruktion aus Beton und Holz integriert tropische Vegetation in die Fassade. Die Galerien verteilen sich über drei Etagen und bieten Ausstellungsflächen für moderne und zeitgenössische Kunst. Die Terrassen ermöglichen den Besuchern den Blick auf die Bucht und die Stadt.
New York City, Vereinigte Staaten
56 Leonard StreetDieser Wohnturm wurde von Herzog & de Meuron entworfen und erhebt sich 250 Meter über dem Tribeca-Viertel. Die 56 Leonard Street zeichnet sich durch ihre gestapelte Struktur aus, bei der jedes Stockwerk leicht versetzt ist und individuelle Balkone entstehen. Die Fassade kombiniert Glas und Beton, wodurch sich für jeden der 145 Wohnräume unterschiedliche Außenbereiche ergeben. Das 2017 fertiggestellte Gebäude verfügt über 60 Etagen und bietet einen Blick auf Manhattan und den Hudson River.
Barcelona, Spanien
Forum BarcelonaDas Forum Barcelona wurde 2004 von Herzog & de Meuron entworfen und dient als öffentliches Kongress- und Kulturzentrum. Das Gebäude verfügt über eine markante dreieckige Grundfläche von 67.000 Quadratmetern und liegt im Stadtteil Sant Martí am Meer. Die Architekten konzipierten eine große überdachte Plattform, die als öffentlicher Raum für Veranstaltungen, Ausstellungen und Konferenzen funktioniert. Die Fassade besteht aus blau gefärbtem Beton, der an das Mittelmeer erinnert, während das geneigte Dach teilweise mit Photovoltaikmodulen ausgestattet ist.
Madrid, Spanien
CaixaForum MadridDas CaixaForum Madrid nutzt ein ehemaliges Kraftwerk aus dem frühen 20. Jahrhundert als Kulturzentrum. Das von Herzog & de Meuron umgestaltete Gebäude bietet 8.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche für zeitgenössische Kunst und Wanderausstellungen. An der Außenwand erstreckt sich ein vertikaler Garten mit über 15.000 Pflanzen, der vom Botaniker Patrick Blanc entworfen wurde. Das Museum beherbergt auch einen Buchladen, ein Restaurant und Veranstaltungsräume für Vorträge und Workshops.
Miami Beach, Vereinigte Staaten
1111 Lincoln RoadDas 1111 Lincoln Road ist ein siebenstöckiges Betongebäude in Miami Beach, das von Herzog & de Meuron entworfen wurde. Diese Struktur kombiniert 300 Parkplätze mit Einzelhandelsflächen und Wohneinheiten in einer offenen Architektur. Das Gebäude zeichnet sich durch seine freiliegenden Betondecken und die durchgängige Transparenz aus, die natürliche Belüftung und Tageslicht in alle Ebenen ermöglicht. Die horizontalen Platten variieren in der Höhe zwischen 2,7 und 10,4 Metern und schaffen unterschiedliche räumliche Erlebnisse für kommerzielle und private Nutzung.
Tokio, Japan
Prada AoyamaDas Prada Aoyama wurde 2003 von Herzog & de Meuron im Stadtteil Minami-Aoyama errichtet. Dieses sechsstöckige Kaufhaus präsentiert eine geometrische Glasfassade mit rautenförmigem Stahlgitter. Die Konstruktion verbindet Verkaufsflächen mit öffentlichen Bereichen über mehrere Ebenen. Das Gebäude nutzt transparente und durchscheinende Glaselemente, die je nach Tageszeit unterschiedliche Lichteffekte erzeugen.
Mulhouse, Frankreich
Produktions- und Lagergebäude Ricola-Europe SADieses Produktions- und Lagergebäude wurde von Jacques Herzog für Ricola-Europe SA entworfen. Die Konstruktion kombiniert leichte Betonelemente mit einer Metallstruktur. Große Glasflächen charakterisieren die Fassade und ermöglichen natürliches Licht in den Produktionsbereichen. Das Gebäude erfüllt industrielle Anforderungen und dient gleichzeitig der Lagerhaltung. Die architektonische Gestaltung verbindet funktionale Aspekte mit modernen Baumaterialien.
Basel, Schweiz
Roche Tower BaselDer Roche-Turm wurde vom Architekturbüro Herzog & de Meuron entworfen und erreicht eine Höhe von 178 Metern. Das Gebäude verfügt über eine vollständig verglaste Fassade und bietet Arbeitsplätze für etwa 2000 Mitarbeiter des Pharmaunternehmens Roche. Die Konstruktion wurde 2015 fertiggestellt und steht im Zentrum von Basel am Rheinufer. Der Turm beherbergt moderne Büroflächen, Konferenzräume und technische Einrichtungen auf mehreren Etagen.
Minneapolis, Vereinigte Staaten
Erweiterung des Walker Art CenterDiese Erweiterung des Walker Art Center wurde von Herzog & de Meuron entworfen und im Jahr 2005 eröffnet. Das neue Gebäude fügt dem Museum 40000 Quadratmeter hinzu und umfasst Ausstellungsräume, ein Theater, Bildungseinrichtungen und Restaurants. Die Architektur zeichnet sich durch ihre gefaltete Aluminiumfassade aus, die sich von der Backsteinstruktur des ursprünglichen Gebäudes unterscheidet. Ein verglaster Verbindungsgang schafft einen Dialog zwischen alter und neuer Architektur. Die Erweiterung verdoppelt die Kapazität des Museums und bietet zusätzliche Flächen für die Sammlung zeitgenössischer Kunst.
Münchenstein, Schweiz
SchaulagerDas Schaulager ist ein Kunstlager und Ausstellungsgebäude in Münchenstein, das von Herzog & de Meuron entworfen wurde. Die Einrichtung wurde 2003 eröffnet und verbindet Lagerfunktionen mit Ausstellungsmöglichkeiten. Das Gebäude beherbergt 650 Kunstwerke der Emanuel Hoffmann-Stiftung in klimatisierten Räumen. Forscher und Kuratoren können die Sammlung unter optimalen Bedingungen studieren. Die Architektur zeichnet sich durch massive Betonwände und kontrollierte Lichtverhältnisse aus.
Yountville, Vereinigte Staaten
Dominus WineryDas Weingut in der Napa Valley Region wurde von Herzog & de Meuron entworfen und zeichnet sich durch seine charakteristische Fassade aus Stahlgabionen aus, die mit regionalem Basaltgestein gefüllt sind. Die Struktur ermöglicht eine natürliche Temperaturregulierung der Produktionsräume durch die thermische Masse der Steine. Die Konstruktion aus dem Jahr 1998 integriert funktionale Anforderungen der Weinherstellung mit einer innovativen Bauweise, bei der das lokale Material zur Definition der architektonischen Form beiträgt.