Archivo General de Simancas, Historisches Archiv in Simancas, Spanien
Das Archivo General de Simancas ist ein staatliches Archiv in der Ortschaft Simancas in der Provinz Valladolid, das in einer steinernen Festung aus dem 15. Jahrhundert untergebracht ist. Die Anlage steht auf einer Anhöhe über dem Fluss Pisuerga und bewahrt Millionen von Schriftstücken aus der Verwaltung der spanischen Krone zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert.
Karl V. gründete das Archiv 1540 als zentrale Verwahrstelle für Regierungsdokumente der kastilischen Krone, nachdem Akten zuvor verstreut in verschiedenen Palästen und Klöstern lagerten. Im 18. Jahrhundert wurde die Sammlung unter Philipp V. umstrukturiert, wobei viele Schriftstücke nach Cádiz und Sevilla verlegt wurden.
Die Sammlung umfasst Handschriften und Siegel von Herrschern, die über mehrere Kontinente regierten, sowie Verträge mit osmanischen Sultanen und nordafrikanischen Reichen. Besucher können heute nachvollziehen, wie Verwaltung und Diplomatie in der frühen Neuzeit funktionierten, indem sie die verschiedenen Schriftsysteme und Sprachen betrachten.
Forscher müssen sich im Voraus registrieren und können täglich bis zu zehn Aktenbündel über ein elektronisches System anfordern. Die Räume sind klimatisiert, um die alten Papiere zu schützen, weshalb warme Kleidung empfohlen wird.
Die Festung selbst diente ursprünglich als Gefängnis für Adlige und wurde erst später in ein Dokumentenlager umgewandelt. Einige der ältesten Schriftstücke tragen noch Wasserflecken und Spuren von Insektenfraß aus vergangenen Jahrhunderten, bevor moderne Konservierung eingeführt wurde.
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