Iglesia de San Miguel Arcángel, Gotische Pfarrkirche in Ibdes, Spanien
Die Iglesia de San Miguel Arcángel ist eine gotische Pfarrkirche aus rötlichem Stein auf der Anhöhe, wo einst die Burg von Ibdes stand, und überragt daher die Dächer des Ortes. Im Inneren trennen hohe, mit Rundstäben gegliederte Pfeiler drei Schiffe mit Kreuzrippengewölben; der Boden ist bis auf den marmornen Chorraum mit Holz ausgelegt. Der Turm bewahrt die Bogenreihe des alten Burgturms, das Portal zeigt Renaissanceformen.
Die heutige Kirche entstand 1517 bis 1526 auf den Ruinen einer mittelalterlichen Burg, die Peter I. von Kastilien Mitte des 14. Jahrhunderts zerstören ließ; zuvor soll dort eine arabische Moschee und eine römische Festung gestanden haben. Als Architekt gilt Juan Marión, Martín Camacho war Bauleiter, Rodrigo Marrón lieferte Stein und Ziegel. Am 14. Juni 1974 wurde sie zum Bien de Interés Cultural erklärt.
Der Hauptaltar, dem Erzengel Michael geweiht, wurde am 13. August 1555 bei Pedro Moreto und Juan Martínez de Salamanca, Anhängern Damián Forments, in Auftrag gegeben; nach Moretos Tod 1556 vollendete Martínez de Salamanca ihn allein. Die Schnitzarbeiten endeten 1557, im Jahr darauf bemalten und vergoldeten Pietro Morone und Juan Catalán ihn. Die geteilte Ausführung zeigt sich an den Nischen neben dem Tabernakel, wo die Figuren links kleiner sind als rechts. Die von Morone auf Sarga gemalten Flügel mit dem Jüngsten Gericht übernehmen Figuren aus Michelangelos Fresko in der Sixtinischen Kapelle.
Die Kirche steht auf einem Hügel aus rötlicher Erde über dem Ort, auf dem Grund des alten Kastells; der Weg durch die Straßen von Ibdes führt also bergauf. Ringsum sind ein Teil der ersten Mauer, Gräben und der Turm erhalten, auf dem heute der Glockenturm sitzt. Dieser birgt drei Glocken, von denen nur zwei läutefähig sind.
Der Glockenturm steht auf einem der Türme der alten Burg, und seine Treppe wurde in den 1980er Jahren restauriert. Er beherbergt drei Glocken, von denen nur zwei noch geläutet werden können. Unter den in Ibdes gepflegten Läuteweisen fällt die Totenglocke durch einen schnellen, fast fröhlichen Klang von großer Feierlichkeit auf.
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