Arêtes du Gerbier, Gebirgskamm bei Villard-de-Lans, Frankreich
Die Arêtes du Gerbier sind ein Gebirgskamm aus Kalkstein im Vercors-Massiv bei Villard-de-Lans, der sich zwischen dem Col Vert und dem Pas de l'Oeille erstreckt. Die Schichten stehen fast senkrecht und bilden scharfe, zackige Linien, die von weitem gut zu erkennen sind. Die Ostwand fällt mit senkrechten Felsen ab, die bis zu 400 Meter hoch sein können, während die Westseite kürzere, aber ebenso steile Kletterrouten bietet.
Die Kalksteinschichten des Gerbier wurden durch tektonische Kräfte fast senkrecht aufgestellt und anschließend vom Fauge-Gletscher vor etwa 20.000 Jahren geformt, der große Steinblöcke ins Tal von Villard-de-Lans transportierte. Der Klettersport hat an diesem Ort eine besondere Geschichte: Lionel Terray, einer der bekanntesten französischen Alpinisten der Nachkriegszeit, kam hier in seiner Jugend zum ersten Mal mit den Bergen in Berührung und kehrte später für neue Routen zurück.
Die Arêtes du Gerbier sind vor allem unter erfahrenen Kletterern bekannt. Die Ostwand mit ihren senkrechten Felsen zieht regelmäßig Seilschaften an, die die natürlichen Griffe im Kalkstein nutzen.
Der Zugang zum Gerbier-Kamm beginnt meist von einem Parkplatz bei den Glovettes oder dem Balkon von Villard aus, von wo ein Weg zunächst sanft ansteigt, bevor er technisch anspruchsvoller wird. Die Traverse ist für erfahrene Berggänger gedacht; bei nasser Witterung wird der Kalkstein rutschig, weshalb trockene Bedingungen empfohlen werden.
Lionel Terray, der dritte Bezwinger der Grandes Jorasses und Erstbegeher des Makalu, kam im September 1965 beim Abstieg in der sogenannten Arc-en-ciel-Verschneidung ums Leben. Dieses Detail ist besonders treffend, weil er hier als junger Mann seine ersten Schritte im Bergsteigen gemacht hatte.
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