Zeughaus, Renaissancearsenal in Kassel, Deutschland
Das Zeughaus ist ein rechteckiger Renaissancebau mit vier Geschossen, der als Waffenlager und Vorratshaus konzipiert wurde. Der Bau zeigt charakteristische Merkmale der Renaissance-Architektur und integriert sich heute in den Bestand der Max-Eyth-Schule.
Geplant von Graf Rochus zu Lynar und Christoph Müller, entstand das Zeughaus 1581 bis 1583 unter Landgraf Wilhelm IV. als Rückgrat der erneuerten Kasseler Festungsanlagen, die im Dreißigjährigen Krieg die Einnahme der Stadt verhinderten. Unter Landgraf Karl wurde es zum zentralen Artilleriedepot, im ersten Stockwerk wurden erbeutete Militaria ausgestellt. 1758 plünderten französische Truppen das Haus zweimal; Landgraf Friedrich II. ließ die Schäden acht Jahre später beseitigen.
Die Inschriften an den Schmalseiten des Gebäudes sind in lateinischen Versen verfasst und verweisen auf die Funktion als Waffenlager und Speicher. Die Büste des Landgrafen an der Südseite erinnert noch heute an die Bedeutung des Bauwerks für die Herrschaft.
Die Reste des Gebäudes sind heute in das Schulgelände der Max-Eyth-Schule integriert und können von außen besichtigt werden. Besucher können sich an das Schulsekretariat wenden, um zusätzliche Informationen zur Geschichte des Bauwerks zu erhalten.
Die spektakulärste Plünderung geschah in der Nacht vom 9. auf den 10. April 1848: Nach einem Übergriff der Garde du Corps auf einen Demonstrationszug brachen Bürger die Pforte am Westturm auf, um sich aus den Beständen zu bewaffnen. 1862 ließ Kurfürst Friedrich Wilhelm ebendiese Pforte am 4. April zumauern, um seine unnachgiebige Haltung zu zeigen.
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