Heeresversuchsanstalt Peenemünde, Militärisches Forschungszentrum in Usedom, Deutschland.
Das Peenemünder Heeresversuchsanstalt war eine militärische Forschungseinrichtung an der Ostseeküste auf Usedom, die mehrere Startrampen, eine Werft, ein Kraftwerk und ausgedehnte Testanlagen für Raketenbau umfasste. Die Gebäude verteilten sich über ein weitläufiges Gelände mit Montagehallen, Labors und einer eigenen Landebahn, die den gesamten Entwicklungsprozess von Raketen ermöglichten.
Die Anlage entstand ab 1936 als geheimes Raketentestgelände des deutschen Heeres und wurde bis Kriegsende 1945 genutzt. Wernher von Braun und sein Team entwickelten hier das Aggregat 4, später als V-2 bekannt, das als erste Fernrakete galt.
Der Forschungskomplex steht heute als Erinnerungsort für militärische Technologie des Zweiten Weltkriegs und ihre weitreichenden Folgen. Besucher erleben die Verbindung zwischen staatlichem Zwang, wissenschaftlicher Arbeit und den ethischen Fragen, die das Raketenprogramm aufwirft.
Das Historisch-Technische Museum im ehemaligen Kraftwerk zeigt Ausstellungen zur Raketenentwicklung und bietet Führungen auf Deutsch und Englisch an. Das Gelände ist weitläufig, daher sollte man festes Schuhwerk tragen und genügend Zeit für den Rundgang einplanen.
Im Oktober 1942 erreichte eine hier gestartete Rakete als erstes von Menschen gebautes Objekt die Grenze zum Weltraum in etwa 100 Kilometer Höhe. Dieser Testflug markierte den Beginn der Raumfahrttechnologie, obwohl er unter militärischen Vorzeichen stattfand.
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