Burg Wiedelah, Wasserburg in Wiedelah, Landkreis Goslar, Niedersachsen, Deutschland
Die Burg Wiedelah ist eine mittelalterliche Wasserburg in Wiedelah im Landkreis Goslar in Niedersachsen. Die fast quadratische Kernburg misst 38 × 35 m und ist von einer 1,80 m starken Ringmauer umgeben; der Osttrakt ist abgebrochen. Im Südflügel steht ein rechteckiger Bergfried von 8 × 9 m bei 3 bis 3,5 m Mauerstärke, der heute auf Traufhöhe gekappt ist. Der ehemalige Palas aus dem 14. Jahrhundert bildet den östlichen Teil des Südflügels, Nord- und Westflügel entstanden um 1600. Westlich der überwölbten Toreinfahrt im Nordflügel steht ein 30,5 m hoher Wachturm von 5,5 m Seitenlänge. Der Wassergraben ist teilweise verfüllt; breite Teiche umgeben die Anlage im Norden, Osten und Westen, ein Bach im Süden.
1312 wird die Burg als „curia et castrum Widelah“ erwähnt, die das Hildesheimer Domstift an das Bistum Halberstadt abtrat; eine Urkunde von 1341 nennt ein „hus to dem Widenla“, das die Brüder von Gowische dem Bischof von Hildesheim schenkten. Eine umstrittene chronikale Überlieferung besagt, die Herren von Gowische hätten sie 1292 bis 1297 aus Steinen der abgerissenen Harliburg errichtet. Bis 1523 blieb sie bei den Hildesheimer Bischöfen, wurde oft verpfändet und 1427 während der Schwicheldt-Fehde belagert und erobert.
Die Herren von Quitzow, seit 1569 hier ansässig, ließen die Burg um 1600 zu einem Renaissanceschloss umbauen und stockten den Palas aus dem 14. Jahrhundert von zwei auf drei Geschosse auf, sodass er die Höhe der übrigen Flügel erreichte. Nord- und Westflügel stammen aus dieser Phase, vermutlich unter Verwendung mittelalterlicher Bauteile. Nach dem Westfälischen Frieden nahmen die Hildesheimer Bischöfe die Anlage wieder in Besitz und richteten dort einen dem Domkapitel unterstellten Amtssitz ein.
Die Kernburg ist im Norden, Osten und Westen von breiten Teichen und im Süden von einem Bach umgeben; die Außenmauern sind daher vor allem von den umliegenden Wegen aus zu sehen. Die Wirtschaftsgebäude der Domäne und der ehemaligen Vorburg liegen östlich und westlich der Kernburg. Der sie umgebende Wassergraben ist heute teilweise verfüllt.
Der Bergfried steht nicht frei: Er schließt bündig mit den Mauerfluchten des Südflügels ab, misst 8 × 9 m bei 3 bis 3,5 m Mauerstärke und wurde auf Traufhöhe dieses Flügels gekappt, sodass beide heute unter einem Dach liegen.
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