Spiegelkolonie, Arbeitersiedlung im Stadtteil Waldhof, Mannheim, Deutschland
Die Spiegelkolonie ist eine Arbeitersiedlung im Mannheimer Stadtteil Waldhof, die aus zweistöckigen Häusern mit Satteldächern besteht. Auf der Rückseite der verputzten Gebäude befinden sich hölzerne Laufgalerien, und jedes Haus verfügt über einen eigenen Garten sowie getrennte Eingänge von vorne und hinten.
Die Siedlung wurde 1852 gegründet, um französische Arbeiter der Saint-Gobain-Spiegelglasfabrik unterzubringen, und war damit die früheste Arbeiterwohnsiedlung Mannheims. Sie entstand in einer Zeit, in der die Industrie in der Region stark wuchs und Facharbeiter aus dem Ausland angeworben wurden.
Der Name des Wohnviertels geht auf eine Spiegelglasfabrik zurück, die einst direkt nebenan stand und für deren Arbeiter die Häuser errichtet wurden. Die kleinen Gärten hinter den Häusern sind bis heute gepflegt und geben dem Viertel einen ruhigen, wohnlichen Charakter.
Die Siedlung lässt sich am besten zu Fuß erkunden, da die Gebäude und Gärten so aus der Nähe gut zu sehen sind. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist sie gut erreichbar, und Tageslicht ermöglicht die beste Sicht auf die Baudetails.
Der Fußballtrainer Sepp Herberger, der die deutsche Nationalmannschaft zum WM-Titel 1954 führte, wurde 1897 im Haus 171 geboren und wuchs hier auf, während sein Vater in der Fabrik nebenan arbeitete. Das Haus steht noch heute und sieht äußerlich genauso aus wie zu seiner Kindheit.
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