Wurzacher Ried, Naturschutzgebiet in Bad Wurzach, Deutschland.
Das Wurzacher Ried ist ein Naturschutzgebiet bei Bad Wurzach im Allgäu, das ein großes Hochmoor mit offenen Wasserflächen, Waldinseln und weiten Torffeldern umfasst. Ein System aus Holzbohlenwegen durchzieht das Gebiet und ermöglicht es, die empfindlichen Moorböden zu betreten, ohne sie zu beschädigen.
Das Moor entstand nach dem Rückzug des Rheingletschers vor rund 450.000 Jahren, als eine tiefe Mulde im Gelände zurückblieb, die sich nach und nach mit Wasser füllte und zu einem Hochmoor wurde. Über Jahrtausende wuchs die Torfschicht kontinuierlich an, da abgestorbene Pflanzen in dem sauerstoffarmen Wasser kaum zersetzen.
Das Wurzacher Ried ist ein beliebtes Ziel für Naturfotografen und Vogelbeobachter, die in den ruhigen Morgenstunden an den offenen Wasserflächen seltene Watvögel und Moorenten beobachten können. Das Gebiet wird auch für geführte Wanderungen genutzt, bei denen Besucherinnen und Besucher lernen, typische Moorpflanzen wie Sonnentau oder Wollgras zu erkennen.
Festes Schuhwerk und wettergerechte Kleidung sind empfehlenswert, da das Gelände feucht sein kann und im Sommer viele Insekten unterwegs sind. Die Holzbohlen können bei Nässe rutschig werden, daher sollte man langsam gehen und ausreichend Zeit einplanen.
Obwohl das Moor Jahrhunderte lang als Torfstecher-Revier genutzt wurde, blieb rund ein Drittel seiner Fläche völlig unberührt, was in Mitteleuropa sehr selten ist. Genau dieser ungestörte Teil ermöglicht Forschenden heute noch, ein Hochmoor in seinem ursprünglichen Zustand zu beobachten.
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