Verlorener Zug, Holocaust-Zugdenkmal in Tröbitz, Deutschland.
Der Verlorene Zug ist eine Gedenkstätte in Tröbitz, Brandenburg, die an einen Häftlingstransport aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen erinnert. Die Anlage befindet sich neben der Dorfkirche und dokumentiert das Schicksal der Menschen, die im April neunzehnhundertfünfundvierzig hier ankamen, als sowjetische Truppen die verlassenen Waggons entdeckten und Überlebende befreiten.
Der Transport verließ Bergen-Belsen mit etwa zweitausendfünfhundert jüdischen Häftlingen und sollte ursprünglich nach Theresienstadt fahren, konnte aber wegen einer zerstörten Branche über die Schwarze Elster nicht weiterfahren. Die Bewacher flohen beim Herannahen der sowjetischen Truppen und ließen die entkräfteten Menschen zurück, von denen einhundertsechzig in den folgenden Tagen starben.
Ein Massengrab mit 160 Opfern liegt neben dem Denkmal und zeugt von den menschlichen Kosten des Holocaust-Transportsystems.
Die Gedenkstätte liegt im kleinen Ort Tröbitz südlich von Cottbus und ist über die Landstraßen gut zu erreichen. Ein Rundgang führt zu den Informationstafeln und zum Friedhof, auf dem die Opfer beigesetzt wurden.
Die Menschen in diesem Transport trugen ausländische Pässe, während deutsche Juden in den Listen als staatenlos registriert waren. Diese Unterscheidung sollte ihnen eine Sonderbehandlung ermöglichen, die jedoch nie eintrat.
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