Wassergericht von Valencia, Mittelalterliches Gericht im Casa Vestuari in Valencia, Spanien
Das Wassergericht der Ebene von Valencia ist ein Gerichtshof, in dem sich acht Landwirte jede Woche treffen, um Bewässerungsstreitigkeiten in der landwirtschaftlichen Region Valencia beizulegen. Die Sitzungen finden jeden Donnerstag um 12 Uhr in der Nähe der Aposteltür der Kathedrale statt.
Das Tribunal wurde während des Kalifats um 960 gegründet und stellt eine der ältesten kontinuierlich funktionierenden Justizinstitutionen Europas dar. Diese lange Kontinuität verdankt es seiner Bedeutung für die Bewältigung lokaler Wasserprobleme in einer von Bewässerung abhängigen Region.
Das Tribunal führt seine Verhandlungen in valencianischer Sprache durch, wobei die Mitglieder traditionelle schwarze Kleidung tragen und auf hölzernen Stühlen aus dem 17. Jahrhundert sitzen. Diese Nutzung alter Sprache und Kleidung zeigt, wie die lokale Gemeinschaft ihre Identität durch die Justizpraxis bewahrt.
Die Sitzungen finden normalerweise donnerstags um 12 Uhr statt, werden aber auf Mittwoch verlegt, wenn an dem regulären Termin ein Feiertag fällt. Es ist ratsam, zeitig zu kommen, da der Platz begrenzt ist und die Sitzung pünktlich beginnt.
Das Tribunal spricht seine Urteile mündlich und ohne schriftliche Dokumentation, wobei seine Entscheidungen endgültig sind und nicht durch andere Rechtswege angefochten werden können. Diese Methode ist in der modernen Rechtsprechung ungewöhnlich und zeigt eine jahrhundertealte Tradition der direkten Justizabwicklung.
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