Vemork, Kulturerbestätte und Wasserkraftwerk in Tinn Municipality, Norwegen.
Vemork ist ein Industriekomplex mit Wasserkraftwerk in Tinn, Norwegen, erbaut neben einem der höchsten Wasserfälle des Landes in einer engen Schlucht. Die Anlage nutzt das fallende Wasser des Rjukanfossen, der sich über eine steile Felswand in die Tiefe stürzt und dabei eine gewaltige natürliche Kraft freisetzt.
Die Station ging 1911 in Betrieb und diente zunächst der Ammoniakproduktion für Düngemittel, bevor sie während des Zweiten Weltkriegs zum Schauplatz einer Sabotageaktion wurde. Norwegische Widerstandskämpfer sprengten 1943 die Schwerwasseranlagen, um zu verhindern, dass Deutschland diese Substanz für Atomforschung einsetzen konnte.
Die Anlage trägt ihren Namen von der Bucht Vemork unterhalb des Wasserfalls, wo sich das kalte Schmelzwasser aus den Bergen sammelt. Heute beherbergen die alten Produktionshallen ein Museum, in dem Besucher nachvollziehen können, wie Arbeiter unter extremen Bedingungen bei Minustemperaturen Ammoniak und Düngemittel herstellten.
Der Zugang erfolgt über die Landstraße 37 westlich von Rjukan, wobei die schmale Zufahrt entlang der Schlucht etwas Vorsicht beim Fahren erfordert. Die Innenräume sind über Treppen verbunden, was den Besuch für Personen mit eingeschränkter Mobilität erschweren kann.
Die Saboteure kletterten bei Nacht die steile Felswand herab, um unentdeckt in die Anlage einzudringen und die Elektrolysezellen zu sprengen. Ihr Einsatz inspirierte später mehrere Filme und Dokumentationen über den Kampf gegen die deutsche Atomwaffenforschung.
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