Kloster Leubus, Zisterzienserabtei in Lubiąż, Polen.
Lubiąż ist eine barocke Klosteranlage in der gleichnamigen Stadt in Polen, die sich über 223 Meter entlang des Oderufers erstreckt. Das Gebäude umfasst mehr als 600 Fenster und besteht aus mehreren Flügeln, die um zwei Innenhöfe angeordnet sind und einen der größten Klosterkomplexe Europas bilden.
Herzog Bolesław I. der Lange gründete das Kloster im Jahr 1175 und siedelte Zisterziensermönche aus dem Kloster Pforta im dicht bewaldeten Gebiet an. Die Anlage wurde im 17. und 18. Jahrhundert nach Plänen verschiedener Architekten im barocken Stil umgebaut, wobei die ursprüngliche mittelalterliche Struktur ersetzt wurde.
Der barocke Bibliothekssaal gilt als einer der schönsten Räume dieser Art in Europa und zeigt kunstvolle Fresken an den Gewölbedecken. Die beiden Kirchen im Komplex werden heute für Konzerte und kulturelle Veranstaltungen genutzt, wobei Besucher die originale Klosterakustik erleben können.
Die Fundacja Lubiąż leitet seit 1989 die Restaurierungsarbeiten und öffnet verschiedene Bereiche des Komplexes für Besucher, während andere Abschnitte noch gesichert werden. Führungen ermöglichen den Zugang zu den wichtigsten Räumen, darunter die Kirchen und die Bibliothek, wobei festes Schuhwerk wegen unebener Böden empfohlen wird.
Während des Zweiten Weltkriegs nutzte Telefunken die Anlage als Fabrik für Radarempfänger, wobei Zwangsarbeiter aus Luxemburg Militärausrüstung herstellten. Die unterirdischen Gänge und Keller dienten als Produktionsstätten und sind teilweise noch heute zugänglich.
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