Anne-Frank-Haus, Holocaust-Museum in Amsterdam, Niederlande
Das Gebäude am Prinsengracht 263 besteht aus zwei miteinander verbundenen Kanalhäusern aus dem 17. Jahrhundert mit einem versteckten Hinteranbau, der über ein drehbares Bücherregal zugänglich ist. Der Rundgang führt durch die engen Räume des Verstecks mit niedrigen Decken und kleinen Fenstern, die während der Besatzung verdunkelt bleiben mussten. Die oberen Stockwerke zeigen Ausstellungsräume mit Vitrinen, während die ursprünglichen Versteckräume weitgehend leer blieben, wie Otto Frank es gewünscht hatte.
Das Geschäftsgebäude wurde in den 1630er Jahren errichtet und diente ab 1940 als Sitz von Otto Franks Unternehmen Opekta. Die Familie Frank bezog im Juli 1942 das Hinterhaus, nachdem Margot Frank einen Deportationsbefehl erhalten hatte. Vier weitere Personen folgten in den kommenden Monaten, bis die Gruppe im August 1944 nach einem anonymen Hinweis verhaftet wurde. Das Gebäude sollte 1957 abgerissen werden, doch eine Bürgerinitiative verhinderte dies und ermöglichte die Eröffnung als Museum drei Jahre später.
Das Gebäude dokumentiert die Verfolgung jüdischer Familien in den besetzten Niederlanden und zeigt persönliche Briefe, Fotografien und Alltagsgegenstände der Untergetauchten. Die Ausstellung verbindet die Geschichte der acht Bewohner mit dem breiteren Kontext antisemitischer Politik in Europa während des Krieges. Das Museum dient als Bildungsstätte für Toleranz und Menschenrechte, die jährlich Schulgruppen aus verschiedenen Ländern empfängt.
Eintrittskarten müssen vorab online gebucht werden, da das Museum täglich nur eine begrenzte Besucherzahl zulässt. Die nächstgelegenen Straßenbahnhaltestellen sind Westermarkt und Prinsengracht, beide etwa 200 Meter (656 Fuß) entfernt. Das historische Gebäude verfügt über keine Aufzüge, der Rundgang umfasst steile Treppen und enge Durchgänge. Ein Besuch dauert durchschnittlich 75 Minuten, Audioguides sind in mehreren Sprachen verfügbar.
Die Wände in Annes Zimmer zeigen noch immer die Postkarten, Filmstarposter und Zeitungsausschnitte, die sie während ihres Aufenthalts dort befestigte. Diese persönlichen Dekorationen bleiben an ihrem ursprünglichen Platz hinter Schutzglas und geben Einblick in die Interessen eines Teenagers unter extremen Umständen. Besucher können die Bleistiftmarkierungen sehen, mit denen Otto Frank das Wachstum seiner Töchter an der Wand festhielt.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 60,000 Mitwirkenden weltweit.