Auftragsarbeit, Mosaik-Installation in Rouen, Frankreich
Travail à la tâche ist eine Mosaik-Installation des deutschen Künstlers Jan Vormann an einer Fassade des Justizpalastes von Rouen, gefertigt aus kleinen bunten Kunststoffteilen. Die Stücke füllen beschädigte Stellen in der alten Steinwand aus und bilden so einen auffälligen Kontrast zwischen dem historischen Mauerwerk und dem leuchtenden Material.
Jan Vormann begann sein Projekt der Lückenfüllung mit Plastiksteinen 2007 in Italien und reiste seitdem in viele Länder, um an beschädigten Mauern zu arbeiten. Die Fassade des Justizpalastes von Rouen trägt noch heute die Einschusslöcher aus dem Zweiten Weltkrieg, die durch diese Intervention in den Mittelpunkt gerückt wurden.
"Travail à la tâche" ist ein Ausdruck aus dem Französischen und bedeutet so viel wie Arbeit nach Stücklohn oder Akkordarbeit, was auf die geduldige, wiederholte Geste des Füllens kleiner Löcher anspielt. Schüler eines nahegelegenen Collèges wurden eingeladen, selbst mitzumachen und Lego-Steine in die Einschusslöcher zu stecken, was die Arbeit zu einem gemeinsamen Erlebnis machte.
Die Installation ist von außen frei zugänglich und kann jederzeit von der Straße aus betrachtet werden, ohne dass ein Eintritt erforderlich ist. Es empfiehlt sich, bei Tageslicht vorbeizukommen, da die Farben des Kunststoffs dann am deutlichsten sichtbar sind.
Die Intervention war von Anfang an als temporäre Arbeit geplant: Nach einigen Tagen wurden die Plastiksteine wieder entfernt, damit die Fassade in ihren ursprünglichen Zustand zurückkehren konnte. Diese Vergänglichkeit war bewusst gewählt und gehört zum Kern des Projekts, das in vielen Städten der Welt auf dieselbe Weise funktioniert.
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