Reichssender Gleiwitz
Der Gliwice-Radioturm ist eine hölzerne Gitterkonstruktion im Stadtteil Szobiszowice, die sich über 110 Meter in die Höhe erhebt und damit eines der höchsten Holzbauwerke Europas darstellt. Der Turm verfügt über vier Plattformen in verschiedenen Höhen und ist mit sibirischer Lärche sowie Messingverbindungen konstruiert, die ein stabiles Gitterwerk aus rauen Holzbalken bilden.
Der Turm wurde von August 1934 bis Dezember 1935 von der Deutschen Reichspost erbaut und diente während des Zweiten Weltkriegs der Rundfunkübertragung. 1939 war er Ort eines inszenierten Überfalls, bei dem deutsche Truppen eine falsche polnische Attacke simulierten, um die Invasion Polens zu rechtfertigen. Nach 1945 wurde die Anlage Teil des polnischen Rundfunks und diente später auch zur Störung von Westsendern während des Kalten Krieges.
Die Gliwice-Sendemasten wird von Einheimischen manchmal der "Schlesische Eiffelturm" genannt, weil ihre Form an das berühmte Pariser Wahrzeichen erinnert. Sie ist Teil der lokalen Identität und symbolisiert für viele Menschen Widerstandskraft sowie die Ingenieurkunst vergangener Zeiten.
Der Turm steht in einem ruhigen Park, der ganzjährig frei begehbar ist, und bietet Informationstafeln zur Geschichte der Radioanlage. Die Gegend um den Turm ist ideal für Spaziergänge, wobei es möglich ist, die Struktur aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, insbesondere bei Sonnenuntergang, wenn das Holz golden angestrahlt wird.
Der Turm ist bekannt dafür, dass 1939 eine inszenierte Attacke stattfand, die als Vorwand für den Überfall auf Polen diente. Diese historische Last unterscheidet ihn von anderen technischen Strukturen und macht ihn zu einem Ort von tieferer historischer Bedeutung als nur Architektur.
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