Mušov, Verlassenes Dorf mit Einsiedelei nahe Pasohlávky, Tschechische Republik
Mušov ist ein verlassenes Dorf mit Eremitage auf einer Insel im Stausee Nové Mlýny, von dem die Leonhardskirche als einziges stehendes Bauwerk erhalten ist. Der ehemalige Standort liegt inmitten des Wassers und ist heute schwer zugänglich, wobei die Kirche die letzte materielle Spur der ehemals ansässigen Bevölkerung darstellt.
Das Dorf wurde 1267 erstmals erwähnt und war über Jahrhunderte bewohnt, bis sein Schicksal durch den Bau der Stauseen Nové Mlýny besiegelt wurde. Zwischen 1981 und 1987 verschwand die Siedlung vollständig unter Wasser und hinterließ nur die Kirche als stumme Zeugin vergangener Zeiten.
Die Leonhardskirche trägt Zeichen der Gotik aus dem 14. Jahrhundert und zeigt, wie die Dorfbewohner ihre Glaubensstätte modernisiert haben. Das Gebäude öffnet sich während der Sommermonate und ermöglicht Einblicke in die religiöse Vergangenheit dieser versunkenen Siedlung.
Der Ort liegt auf einer Insel und ist daher nur begrenzt zu betreten; viele Besucher nutzen den Blick vom nahen Pasohlávky aus oder fahren mit dem Boot hinaus. Das ATC Merkur Campinggelände in Pasohlávky hat eine Ausstellung über die römische Präsenz in der Region und dient als guter Ausgangspunkt, um mehr über die Geschichte zu erfahren.
An dieser Stelle stand in der Antike ein wichtiges römisches Militärlager, in dem die zehnte Legion stationiert war und das mit Kaserngebäuden und Bädern mit Hypokausten-Heizung ausgestattet war. Diese römischen Strukturen zeigen, dass das Gebiet lange vor der mittelalterlichen Siedlung ein bedeutsamer Ort der Macht war.
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