Mihulka, Befestigungsturm in der Prager Burg, Tschechische Republik
Mihulka ist ein massiver Rundturm, der die nördliche Seite der Prager Burg schützte und mit Schießscharten für Geschütze ausgestattet war. Der Turm erstreckt sich über mehrere Geschosse und bietet Einblick in die mittelalterliche Wehrtechnik.
Benedikt Rejt entwarf den Turm, der 1496 unter König Vladislav II. als größter Kanonenturm der nördlichen Burgbefestigung errichtet wurde. Nach dem Brand von 1541 wurde er als Wohnung und Werkstatt des Glockengießers Tomáš Jaroš wiederaufgebaut, der die 18 Tonnen schwere Sigismund-Glocke für den Veitsdom goss. Unter Rudolf II. beherbergte er eine Alchemistenwerkstatt.
Der Name Mihulka ist in tschechischen Quellen belegt; der zweite Name Prašná věž (Pulverturm) stammt von der Nutzung als Pulverlager bis 1754. Seit Dezember 2004 zeigt der Turm eine Ausstellung des Militärhistorischen Instituts über militärische Kopfbedeckungen und Helme, später ersetzt durch eine Schau über die Militäreinheiten der Burg von den Anfängen des tschechischen Staates bis zur Burgwache.
Der Turm steht an der Nordseite der Prager Burg über dem steilen Abhang des Jelení příkop. Seine Fenster zum Graben waren von 1982 bis 1990 zugemauert, um die Sicht zur Residenz des Präsidenten zu versperren. Im Inneren erreicht man die Ausstellung über mehrere Treppen.
Die Fenster des Turms zum Hirschgraben wurden nach seiner Restaurierung 1967–1980 zugemauert, damit Besucher nicht nach Norden zur Residenz von Präsident Gustáv Husák blicken konnten; bis 1990 blieben sie verschlossen. Seit Dezember 2004 zeigt der Turm eine Ausstellung des Militärhistorischen Instituts über militärische Kopfbedeckungen und Helme.
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