Paradiesgarten, Renaissancegarten in der Prager Burg, Tschechische Republik.
Der Rajská zahrada ist ein 0,38 Hektar großer Garten in den südlichen Burggärten der Prager Burg, im Westen vom Hradschiner Platz begrenzt und im Osten in den größeren Wallgarten übergehend. Seine heutige Gestalt schuf in den 1920er Jahren der Architekt Jože Plečnik, der ein Doppelportal und eine Granittreppe im Westen anlegte und auf dem zentralen Rasen eine 150 Tonnen schwere Granitschale mit 430 cm Durchmesser aufstellte. Am Rasenrand steht eine 400 Jahre alte Eibe mit 245 cm Stammumfang.
Der Garten wurde Mitte des 16. Jahrhunderts von Erzherzog Ferdinand II. von Tirol als Privatgarten an der Stelle früherer mittelalterlicher Befestigungen angelegt. Kaiser Rudolf II. ließ später eine Voliere und ein Bad errichten, und der runde Matthias-Pavillon stammt aus der Zeit seines Bruders Matthias. Im Jahr 1920 beauftragte Präsident Tomáš Garrigue Masaryk Jože Plečnik mit dem Umbau der Burganlage, der dem Garten seine heutige Gestalt gab.
Der Name Paradiesgarten stammt aus seiner Nutzung als privater Garten von Erzherzog Ferdinand II. von Tirol Mitte des 16. Jahrhunderts. Heute können Besucher den Matthias-Pavillon sehen, einen runden Renaissancebau mit einer Holzdecke, die mit den Wappen von 39 Ländern unter der Herrschaft Kaiser Matthias’ bemalt ist, sowie Wandgemälde von Josef Navrátil aus dem Jahr 1848.
Der Zugang führt vom Hradschiner Platz durch Plečniks Doppelportal in der Burgmauer und über die Granittreppe hinunter in den Garten. Der Garten ist in den Sommermonaten tagsüber für Besucher geöffnet und geht im Osten in den größeren Wallgarten über. Die Granitschale steht auf dem Rasen unterhalb der Treppe.
Eine Eibe am Rasenrand mit 245 cm Stammumfang und einem geschätzten Alter von 400 Jahren ist vermutlich der älteste Baum auf dem Gelände der Prager Burg. Neben der Granitschale führt eine unauffällige Tür zur Vasentreppe, dem persönlichen Zugang des Staatspräsidenten zu den südlichen Gärten; das angrenzende Fenster trägt ein vergoldetes Gitter, die Tür den böhmischen Löwen und slowakische Blitze.
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