Dreifachgrab von Dolní Věstonice, Grabstätte aus der Altsteinzeit in Dolní Věstonice, Tschechien
Das Grab enthält die Überreste von drei Männern aus der Altsteinzeit, die in einer bestimmten Anordnung liegen: einer schaut auf einen zweiten, während der dritte flach auf dem Bauch liegt. Die Skelette sind mit rotem Ocker bedeckt und von verkohlten Fichtenstämmen umgeben.
Das Grab wurde am 13. August 1986 vom Archäologen Bohuslav Klíma bei einer Rettungsgrabung in Dolní Věstonice II vor dem Bau eines Staudamms an der Thaya entdeckt. Holzkohle einer verbrannten Schicht aus Fichtenzweigen und -stämmen ergab Radiokarbondaten zwischen etwa 27.290 und 30.246 v. Chr., das Grab ist also rund 30.000 Jahre alt, nicht 26.000.
Die Bestattung zeigt Merkmale von Ritualhandlungen, die frühe Menschen durchführten. Rote Ocker auf den Schädeln und Schmuck aus durchbohrten Hundezähnen und Elfenbein deuten darauf hin, dass diese Bestattung mehr war als eine einfache Beisetzung.
Die Skelette wurden 1986 geborgen und sind nicht am Fundort ausgestellt, einem Hang unterhalb des ehemaligen Lagers Dolní Věstonice II nahe dem Staudamm an der Thaya. Die Fundstelle liegt in den Pollauer Bergen oberhalb des Dorfes, wo seit 1924 gegraben wird; das geborgene Material befindet sich in Museumssammlungen.
Einer der drei Männer zeigt Spuren von Gewalt, mit Resten eines hölzernen Pfahls, der durch sein Hüftbein gestochen wurde. Diese Entdeckung ist eine der ältesten bekannten Belege für tödliche Konflikte zwischen Menschen.
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