Gruň, Bergkamm und Ansiedlung in den Mährisch-Schlesischen Beskiden, Tschechien
Gruň ist ein etwa acht Kilometer langer Gebirgskamm in den Mährisch-Schlesischen Beskiden, der vom Tal der Ostravice beim Stausee Šance nach Nordosten bis zum Sulov bei Bílý Kříž reicht. Die höchsten Erhebungen sind von West nach Ost Příslop (782 m), Janikula (832 m), Gruň (843 m) und Kozlena (885 m). Zwischen Janikula und Kozlena liegt eine Streusiedlung aus hölzernen Chalets, einst Salaschen, mit einer Holzkirche als Dominante.
Die Besiedlung des Kamms begann im 18. Jahrhundert mit Paseken (Rodungsinseln) und Salaschen (Hirtenhütten) nach der Kolonisierung des oberen Ostravicetals. 1773 ließ der Pasekar Šimon Tomeček eine hölzerne Marienstatue anfertigen, für die 1847 eine Kapelle errichtet wurde. 1887 beauftragte der Frýdeker Dekan Karel Findinský den Zimmermann Stanislav Pětroš mit einer Holzkirche, die der Hilfreichen Jungfrau Maria geweiht wurde und die Kapelle ersetzte. 1908 baute der Gebirgsverein für den Radhošť einen Bergbauernhof an der Kozlena zur Schutzhütte Švarná Hanka um; der Hof der Familie Charbulák wurde 1918 zur Touristenunterkunft und 1928–1929 zum Berghotel ausgebaut.
Der Name Gruň stammt aus einem walachischen und lachischen Wort für einen für die Schafweide gerodeten Bergkamm. Entlang des Kamms stehen noch hölzerne Hütten, die einst Salaschen waren, und die Schafzucht besteht fort, darunter eine Zucht der seltenen walachischen Schafe. Am Sonntag vor dem 24. Mai findet bei der hölzernen Kirche Mariä Hilf eine Wallfahrt statt.
Der Ort ist während der Wintermonate am besten zu besuchen, wenn ausreichend Schnee liegt und alle Anlagen in Betrieb sind. Besucher sollten angemessene Winterausrüstung mitbringen und sich vor dem Besuch über aktuelle Bedingungen informieren, da die Öffnungszeiten wetterabhängig sein können.
Die Feuchtwiesen nordöstlich der Siedlung Gruň stehen seit 1990 als Naturdenkmal Podgruň unter Schutz. Im Kleinseggenried und den Borstgrasweiden wachsen Sonnentau und Schwalbenwurz-Enzian, die auf dem übrigen entwaldeten Kamm selten sind.
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