Thun-Hohenstein Vault in Děčín-Chrást, Familiengruft in Děčín-Chrást, Tschechische Republik
Die Thun-Hohenstein-Gruft ist die Grabkammer unter der neugotischen Kapelle St. Johannes Nepomuk in Chrást, Teil von Děčín-Podmokly. Die Kapelle wurde 1869–1872 nach Plänen des Wiener Architekten Friedrich Schmidt erbaut, die Bauleitung hatte der junge Josef Mocker. Die Krypta bot 72 Grabnischen, je 36 auf jeder Seite; 1889 kamen an der Ostseite zwei Außengräber hinzu. Der Zugang zur Krypta ist heute zugemauert.
Die Herrschaft Děčín gelangte 1628 an die Thun-Hohenstein, als Kryštof Šimon von Thun sie während der Konfiskationen nach der Schlacht am Weißen Berg kaufte. 1822 übernahm František Antonín I. das Patronat über eine barocke Wallfahrtskapelle des 18. Jahrhunderts und ließ 1834–1835 darunter eine Krypta mit 72 Nischen errichten, die am 23. Mai 1835 geweiht wurde. Die Krypta beeinträchtigte die Statik der Kapelle, die 1868 abgetragen und durch Friedrich Schmidts neugotische Johann-Nepomuk-Kapelle ersetzt wurde, erbaut 1869–1872 und geweiht am 21. Januar 1873.
Die Kapelle ist dem heiligen Johannes Nepomuk geweiht und wurde am 21. Januar 1873 in Anwesenheit des Bischofs von Litoměřice konsekriert; der Stifter František Antonín I. wurde am Folgetag in der Krypta beigesetzt. Heiligenstatuen schmückten einst die Terrassenmauer östlich der Kapelle und werden heute im Inneren aufbewahrt. Die Krypta ist seit 2022 zugemauert.
Die oberirdische Kapelle ist öffentlich zugänglich, die Krypta selbst wurde jedoch zugemauert und ist nicht begehbar. Eine zweiläufige Treppe hinter der Kapellenachse führt hinab zum Krypteneingang, der 2022 zugemauert war. Die Anlage wird von der Organisation Zámek Děčín verwaltet und ist denkmalgeschützt.
In der Anlage waren 38 Bestattungen: 31 in der Krypta unter der Kapelle, zwei in der nördlichen und fünf in der südlichen Außengruft. Die Umbettung von 1992 betraf die 31 der Krypta, die sieben der Außengrüfte folgten 2007. 2002 legten Jugendliche in der südlichen Gruft ein Feuer, woraufhin der Eingang mit einer Betonplatte verschlossen wurde.
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