Sítio Arqueológico de São Nicolau, Archäologische Stätte in São Nicolau, Brasilien.
Der archäologische Komplex von São Nicolau war eine Jesuitensiedlung aus dem 17. Jahrhundert mit steinernen Mauern, Säulenresten und unterirdischen Drainagesystemen. Die erhaltenen Strukturen zeigen die Grundrisse von Gebäuden und religiösen Räumen der einstigen Gemeinschaft.
São Nicolau do Piratini wurde am 3. Mai 1626 von den Jesuiten Miguel de Ampuero und Roque González gegründet; nach Angriffen der Bandeirantes wurde die Reduktion 1638 nach Apósteles verlegt. Am 2. Februar 1687 erfolgte nahe dem ursprünglichen Ort die Neugründung, mit 3.000 Einwohnern im ersten Jahr und 6.070 Getauften bis 1710. Die heutigen Ruinen stammen aus dieser zweiten Siedlung, die nach dem Guaraní-Krieg (1754–1756) verfiel.
Die Stätte zeigt die Verbindung zwischen jesuitischer Architektur und Guarani-Handwerk in den erhaltenen Mauern und Fundamenten. Besucher können sehen, wie diese beiden Kulturen in den Baustrukturen zusammenkamen.
Der Zugang ist zu Fuß über einen lokalen Weg möglich, und die Ruinen liegen teilweise im Freien und teilweise von Vegetation umgeben. Es ist ratsam, wettergerechte Kleidung und Insektenschutz mitzubringen, da das Gelände feucht und waldreich ist.
Als Auguste de Saint-Hilaire 1820–1821 vorbeikam, stand die Kirche noch, doch die Siedlung lag in Trümmern: Der Überfall der Gauchos im April 1819 hatte die Bewohner vertrieben und die Jugend rekrutiert, sodass kaum zwei Dutzend Häuser bewohnt waren. Er zählte 25 alte Guarani mit ihren Frauen, einen guaraniischen Schulmeister mit einem Dutzend Kindern und einen Portugiesen, der Kranke mit einheimischen Pflanzen behandelte.
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