Case 108, Rechtliche Verfolgungsfall in Asunción, Paraguay
Case 108 bezieht sich auf eine Serie von Verhaftungen und Folterungen von Männern, die nach dem rätselhaften Tod des Radiomoderators Bernardo Aranda im Jahr 1959 verdächtigt wurden. Die Polizei führte systematische Razzien in der Nähe des Barrio Obrero-Distrikts durch und veröffentlichte die Namen der verdächtigen Personen in lokalen Zeitungen.
Unter der Stroessner-Diktatur wurden 108 Männer ohne Beweise festgenommen, wobei die Untersuchung von Arandas Tod als Vorwand für systematische Verfolgung diente. Diese Massenverhaftung markierte einen der brutalsten Angriffe auf marginalisierte Bevölkerungsgruppen während der Herrschaft des Regimes.
Die Zahl 108 wurde in Paraguay zu einem abwertenden Begriff für LGBT-Personen und spiegelt die tiefen sozialen Vorurteile wider, die in dieser Zeit verbreitet waren. Dieses Stigma prägte das gesellschaftliche Verständnis von sexueller Orientierung über Generationen hinweg.
Die ereignisse ereigneten sich im Bezirk Barrio Obrero und hinterließen Spuren, die heute noch im Stadtbild sichtbar sind. Besucher können das Viertel erkunden, um die Orte zu verstehen, wo diese dramatische Geschichte spielte.
Die Todesumstände des Radiomoderators Bernardo Aranda blieben ungeklärt, und keiner der 108 festgenommenen Männer wurde jemals nachweislich mit dem Verbrechen in Verbindung gebracht. Diese Ungerechtigkeit unterstreicht, wie willkürlich die Verhaftungen waren und zu Unrecht Leben zerstörten.
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