Decree 900, Agrarreformgesetz in Guatemala-Stadt, Guatemala
Dekret 900 war ein Agrarreformgesetz, das 1952 in Guatemala in Kraft trat und den Umverteilungsprozess von ungenutztem Landbesitz regelte. Das Gesetz richtete sich an große Landparzellen von über 90 Hektar und sah vor, dass diese an lokale Bauern und Landarbeiter übergeben werden konnten.
Das Dekret wurde 1952 unter Präsident Jacobo Arbenz Guzmán eingeführt und signalisierte einen Bruch mit feudalen Landstrukturen, die seit der Kolonialzeit bestanden. Diese Reform markierte einen Wendepunkt in Guatemalas Bemühungen, die Landverteilung zu modernisieren und die Kontrolle großer Grundbesitzer zu begrenzen.
Die Reform ermöglichte 500,000 indigenen Menschen den Zugang zu landwirtschaftlichen Flächen und adressierte jahrhundertelange Enteignungen seit der spanischen Kolonialzeit.
Die Umsetzung erfolgte durch lokale Agrarkomitees, die Anträge von Bürgern entgegennahmen und über die Landverteilung entschieden. Interessierte Personen konnten ihre Ansprüche durch etablierte rechtliche Kanäle geltend machen und mussten die vorgesehenen Verfahren einhalten.
Die Reform führte zur Umverteilung von etwa 570.000 Hektar Land in weniger als zwei Jahren, was eine beispiellose Geschwindigkeit bei der Bodenreform darstellte. Diese schnelle Umsetzung zeigt, wie entschieden die damalige Regierung bei der Veränderung der Landbesitzverhältnisse vorging.
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