Larnaka-Salzsee, Ramsar-Feuchtgebiet nahe Larnaca, Zypern
Der Salzsee von Larnaka ist ein Netz aus vier Salzseen westlich der Stadt, drei davon miteinander verbunden: der größte ist der Aliki-See, dann folgen Orphani, Soros und Spiro, zusammen 2,2 km². Im Winter stehen die flachen Becken voll graubraunem Wasser, im Sommer verdunstet es zu einer Salzkruste und grauem Staub. Am Ufer liegt die Hala Sultan Tekke.
Bohrungen und C14-Datierungen belegen eine Lagune an dieser Stelle spätestens seit 9000 v. Chr. In der Bronzezeit entstand dank des geschützten Meereszugangs im Nordwesten des Sees der Hafen Dromolaxia-Vyzakia, vermutlich über zwei natürliche Kanäle mit dem offenen Meer verbunden. Sedimentablagerungen schnitten die Lagune später vom Meer ab und bildeten den See; die Salzgewinnung ist seit dieser Zeit belegt und endete 1986.
Am Westufer liegt die Hala Sultan Tekke, ein Heiligtum des osmanischen Islams mit dem Grab der Umm Haram, die in den Quellen als Amme Mohammeds bezeichnet wird. Der See heißt griechisch Alyki Larnakas, türkisch Larnaka Tuz Gölü. Eine Legende erklärt den Salzgehalt mit dem heiligen Lazarus: Eine alte Frau verweigerte ihm Speise und Trank mit dem Hinweis auf ihre verdorrten Reben, worauf er erwiderte, sie sollten dürr bleiben und alles ein Salzsee werden.
Die Seen liegen zwischen Larnaka und dem Internationalen Flughafen von Larnaka, an der Ostseite verläuft die Straße B4. Im Winter füllen sich die Becken mit Wasser, im Sommer verdunstet es und hinterlässt eine Salzkruste und grauen Staub. Das Ufer ist Halophytengebüsch; festes Schuhwerk und Wasser mitnehmen.
Das Salz des Sees war einst ein wichtiger Exportartikel Zyperns; es wurde mit Eseln gesammelt und am Ufer zu großen pyramidenförmigen Haufen aufgeschichtet. Mit steigenden Lohnkosten ging die Gewinnung zurück und endete 1986, woraufhin die Insel ihr Salz überwiegend importiert.
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