Hundertwasserhaus, Expressionistisches Wohnhaus im Bezirk Landstrasse, Wien, Österreich
Das Hundertwasserhaus ist eine Gemeindewohnanlage an der Ecke Kegelgasse 34–38 und Löwengasse 41–43 im Bezirk Landstraße. Seine wellenförmige Fassade ist in unregelmäßige Flächen in Blau, Gelb, Weiß, Grau, Rot und Beige gegliedert, mit unterschiedlich großen, von farbigen Bändern gerahmten Fenstern. Zwei abgerundete Balkone mit korbartigen Geländern treten hervor, und von einer oberen Terrasse wächst ein Baum.
Bundeskanzler Bruno Kreisky regte das Projekt in einem Brief vom 30. November 1977 an, Bürgermeister Leopold Gratz lud Hundertwasser am 15. Dezember 1977 zur Gestaltung ein. Gebaut wurde vom 16. August 1983 bis 15. Oktober 1985 durch die Stadt Wien, eröffnet am 1. März 1986, die Kosten lagen bei rund sechs Millionen Euro. Hundertwasser nahm kein Honorar, 2010 erklärte der Oberste Gerichtshof Josef Krawina neben ihm zum Miturheber.
Der Gebäudename ehrt den Künstler Friedensreich Hundertwasser, dessen Philosophie gegen die gerade Linie sich in jedem Detail zeigt. Bewohner pflegen die Bäume, die aus einzelnen Fenstern wachsen und das Leben mit Pflanzen verbinden.
Das Wohngebäude selbst bleibt privat und kann nicht betreten werden, aber die Außenseite lässt sich vom Gehsteig aus betrachten. Das benachbarte Hundertwasser Village bietet Geschäfte und ein Café im selben Stil und ist tagsüber geöffnet.
Jeder Bewohner darf die Fassade rund um sein Fenster selbst gestalten, solange er sich mit dem Arm hinauslehnen und den Pinsel führen kann. Diese sogenannte Fensterrecht-Regel sorgt dafür, dass sich das Äußere über die Jahre immer wieder verändert.
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