Strudlhofstiege, Jugendstil-Treppe in Alsergrund, Österreich
Die Strudlhofstiege ist eine Freitreppe im Wiener Bezirk Alsergrund, errichtet aus Mannersdorfer Kalkstein, die den Höhenunterschied zwischen dem oberen und dem unteren Teil der Strudlhofgasse überwindet. Der untere Abschnitt ist symmetrisch: Zwei spiegelbildliche, gebogene Stiegen rahmen eine zurückgesetzte Nische, in der eine Kopfmaske Wasser in das untere Becken speit, während ein Fischmaul das obere Becken speist. Darüber wechseln Stiegen- und Rampenelemente, begleitet von grün gefassten Metallgeländern und Kandelabern mit Maiglöckchenlampen.
Die Treppe wurde 1910 eröffnet und von Architekt Theodor Johann Jaeger entworfen. Ihren Namen erhielt sie nach Peter Strudel, der 1688 an diesem Ort eine Kunstschule gründete.
Die Treppe wurde durch Heimito von Doderers Roman von 1951 berühmt, der sie als zentrales Element nutzt. Der Ort ist seitdem ein beliebter Schauplatz für kulturelle Veranstaltungen und ein Treffpunkt im Grätzl.
Die Anlage verbindet den oberen Teil der Strudlhofgasse, die von der Währinger Straße abzweigt, mit dem tieferen Teil bei der Liechtensteinstraße auf der Höhe des Palais Liechtenstein. Unten führen zwei spiegelbildliche, gebogene Stiegen um die Brunnen, oben wechseln Stiegen- und Rampenelemente einander ab und ergeben ständig wechselnde Perspektiven. Wegen ihres offenen Charakters dient sie auch als Ort für Konzerte im Rahmen der Woche der Wiener Chöre.
Die grüne Farbe von Geländern und Kandelabern erinnert an Otto Wagners Stadtbahngeländer; die ursprüngliche Fassung war blau gestrichen. Vor der Restaurierung 2008/2009 standen statt der heutigen, dem Originalzustand entsprechenden Leuchten Kugellampen aus Milchglas.
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