Millstätter See, See in Kärnten, Österreich
Der Millstätter See ist ein See in Kärnten, Österreich, auf 588 m Seehöhe nördlich des Drautals bei Spittal an der Drau. Er erstreckt sich etwa 11,5 Kilometer von Ost nach West und ist bis zu 1,8 Kilometer breit, bei einer größten Tiefe von 141 Metern. Das steile Ufer verleiht ihm fjordartigen Charakter, und der bewaldete Seerücken trennt ihn im Süden vom Drautal.
Der See entstand während der Würmeiszeit vor etwa 20.000 Jahren, als ein nördlicher Ast des Drautalgletschers in situ abschmolz und Toteis sowie Schottermassen hinterließ, die die Schmelzwässer am Westrand aufstauten. Durch die Eintiefung des Abflusses in die Lieser sank der Wasserspiegel später ab. Der See ist ein Überrest der letzten Eiszeit.
Der See ist nach dem Marktort Millstatt am Nordufer benannt, nicht nach dem Kloster. Eine verbreitete Legende führt den Namen stattdessen auf die lateinischen mille statuae zurück, tausend Statuen, die der Karantanenherzog Domitian nach seiner Bekehrung zum Christentum in den See werfen ließ. Die Etymologie leitet den Ortsnamen von Milsstatt ab, einer Siedlung an der Mils, deren Name auf das vorslawische Wort Melissa für Bergbach zurückgeht.
Die B98 Millstätter Straße verläuft am Nordufer, wo Seeboden, Millstatt und Döbriach die größten Orte sind; das Südufer ist seit 1970 Schutzgebiet und fast unbewohnt. Der Bahnhof Spittal-Millstättersee an der Tauernbahn und die A10-Anschlussstelle Spittal erschließen den See. Seit 1901 betreibt eine Schifffahrtsgesellschaft im Sommer Kurse.
Das Becken des Sees fasst 1204,5 Millionen Kubikmeter Wasser, mehr als jeder andere See Kärntens, obwohl der Wörthersee die größere Fläche hat. Auch mit 141 Metern ist er der tiefste See des Landes. Das Wasser ist meromiktisch und erreicht Trinkwasserqualität.
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