Ronacher, Theater im Bezirk Innere Stadt, Wien, Österreich
Das Ronacher ist ein Theater zwischen Himmelpfortgasse, Seilerstätte und Schellinggasse im 1. Wiener Gemeindebezirk. Seine rotbraune Steinfassade trägt Säulen, Statuen und Schnitzwerk, am runden Eck die Aufschrift „RONACHER“, darüber eine Glasaufstockung. Ferdinand Fellner d. J. errichtete es von Mai 1887 bis April 1888 als Concert- und Ballhaus; die Hauptstiege besteht aus Stufen aus Kaisersteinbruch.
Das Wiener Stadttheater eröffnete am 15. September 1872 mit Schillers Demetrius, für eine private AG des Journalisten Max Friedländer und des Theaterleiters Heinrich Laube. Nach dem Brand vom 16. Mai 1884 verboten die Brandschutzbestimmungen einen Wiederaufbau als Schauspielhaus. Anton Ronacher kaufte 1886 die Ruine und ließ von Ferdinand Fellner d. J. von Mai 1887 bis April 1888 ein Concert- und Ballhaus errichten.
Anton Ronacher kaufte 1886 die Brandruine und eröffnete sie 1888 als Concert- und Ballhaus, das mit Tischen und Stühlen statt Theaterreihen ausgestattet war; während der Vorstellung durfte getrunken, gegessen und geraucht werden. Ab 1890 lockten Artisten vermehrt Vorstadtbevölkerung an und vertrieben die Aristokratie. Zum Haus gehörten ein großer Ballsaal und ein Hotel, und ab 1928 sendete die RAVAG ihre Musikprogramme aus eigens umgebauten Räumen, darunter das „Parisien“ und der gesamte dritte Stock.
Bei einem Besuch sollte man beachten, dass das Theater ein aktives Aufführungshaus ist, daher variieren Öffnungszeiten je nach Programm. Am besten erkundigt man sich vorher nach aktuellen Produktionen und plant seinen Besuch entsprechend.
Das Theater war eines der ersten Unterhaltungshäuser Wiens, das Elektrizität systematisch einsetzte, um seine Räume zu beleuchten und moderne Technik zu zeigen. Diese Innovation war damals bemerkenswert und trug dazu bei, dass das Haus als fortschrittlich wahrgenommen wurde.
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