Schloss Fischhorn, Mittelalterliches Schloss in Bruck an der Großglocknerstraße, Österreich
Schloss Fischhorn ist eine Burg aus hellem grauem Stein, deren verbundene Flügel und Türme über grüne Bäume ragen; der höchste Bergfried in der Mitte trägt ein steiles Pyramidendach. Rechts steht ein quadratischer Turm mit gleichem Dach und einem kleinen runden Ecktürmchen, links ein niedrigerer quadratischer Turm. Ein spitzbogiger Eingang mit Stufen liegt an der Südseite; die Mauern sind von kleinen rechteckigen Fenstern durchbrochen.
Ein erster befestigter Bau dürfte um 1200 hier gestanden haben; 1227 wurde die Burg erstmals als Vischarn urkundlich erwähnt. Ab 1273 sind die Bischöfe von Chiemsee als Eigentümer gesichert, die sie als Residenz und Verwaltungssitz nutzten. 1526 plünderten und verbrannten aufständische Bauern die Burg, und ein Bericht von 1602 beschreibt eingestürzte Mauern und baufällige Dächer. Erst 1675 ließ Bischof Johann Franz von Preysing Reparaturen durchführen.
Über dem Schlosstor prangen noch heute die Wappen der Familien Löwenstein und Liechtenstein, der Käufer, die den neugotischen Umbau in Auftrag gaben. Ab 2007 öffneten die Eigentümer zeitweise Teile der Residenz für Ausstellungen und Konzerte; ein Teil des Komplexes dient als Hotel.
Das Schloss ist in Privatbesitz und bietet keinen öffentlichen Zugang zu seinen Innenräumen. Der Außenbau kann jedoch von nahegelegenen Standorten aus betrachtet werden, wodurch Besucher seine Architektur aus verschiedenen Blickwinkeln bewundern können.
Ab September 1944 war das Schloss eines von 169 Außenlagern des KZ Dachau mit 150 Häftlingen, überwiegend gefangenen sowjetischen Offizieren; die SS hatte das Gebäude im Mai 1943 übernommen und lagerte dort auch private Briefe Adolf Hitlers. Anfang Mai 1945 wurde Hermann Göring drei Tage in Fischhorn festgehalten, bevor er nach Kitzbühel gebracht wurde.
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