Fotzenpoidl, Barocke Marmorskulptur am Graben, Österreich
Fotzenpoidl ist eine Marmorstatue, die Kaiser Leopold I. darstellt und Teil der Wiener Pestsäule am Graben ist. Die Figur zeigt den Herrscher mit charakteristischen Gesichtszügen, insbesondere mit einer ausgeprägten Unterlippe, und bildet ein einzelnes Element in diesem großen Denkmal.
Der Bildhauer Paul Strudel vollendete diese Marmorstatue 1694, um das Ende einer schweren Pestepidemie zu gedenken, die Wien in der späten 1600er Jahre heimgesucht hatte. Das Denkmal entstand als Reaktion auf eine der bedeutendsten Krisen des 17. Jahrhunderts in der Stadt.
Der Name 'Fotzenpoidl' bezieht sich auf die charakteristische hervorstehende Unterlippe von Kaiser Leopold I., die in dieser Marmordarstellung deutlich sichtbar ist. Die lokale Bezeichnung zeigt, wie die Wiener Bevölkerung den Herrschern ihrer Zeit mit humorvoller Distanz begegnete.
Die Skulptur befindet sich im Zentrum Wiens an der Kreuzung von Graben und Kohlmarkt, mit guter Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel und umgeben von Einkaufsgebieten. Der Standort ist leicht zu Fuß erreichbar und von anderen bekannten Sehenswürdigkeiten aus zugänglich.
Der humorvolle Überblick auf die Figur bezieht sich darauf, dass die übertriebene Darstellung der Lippe angeblich entstanden sein soll, weil der Kaiser zunächst widerwillig Mittel für das gesamte Denkmal bereitstellte. Dies spiegelt eine volkstümliche Art wider, auf herrscherliche Widerstände zu reagieren.
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