Burg Stixenstein, Burg in Stixenstein, Ternitz, Österreich
Stixenstein ist eine Burg, keine Ruine, auf einer Anhöhe über dem Sierningtal nördlich von Sieding in der Gemeinde Ternitz. Das neugotische Portal und die Spitzbogenfenster liegen unter einem sehr steilen Satteldach, neben dem Bergfried erhebt sich ein sechseckiger Glockenturm. Der viergeschoßige Bergfried misst 13 Meter Seitenlänge, hat kleine Öffnungen nur an der Nordostseite und einen für mittelalterliche Bergfriede seltenen ebenerdigen Eingang; westlich schließt die ursprünglich gotische Burgkapelle an.
Die Burg stammt wohl aus dem 12. Jahrhundert und gehörte den Stüchsen, die sie nach einem Brand 1347 erneuerten und vor 1381 an Herzog Leopold III. von Habsburg verkauften. Kaiser Friedrich III. ließ die Wehranlagen ausbauen, doch ungarische Truppen unter Matthias Corvinus eroberten sie 1487 (nach italienischen Quellen 1488) und hielten sie nur kurz. Hans Hoyos kaufte sie 1547 und ließ sie zu einem Renaissance-Wohnsitz umbauen; die Brände von 1735 und 1802/1803 ließen fast nur die Außenmauern stehen, und erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde sie teilweise wiederhergestellt.
Der für die Burg belegte Name Stuchsenstein stammt von den Stuchsen; die neuere Forschung nimmt an, dass sie eine ältere Burg namens Stein übernahmen und erst um den Beginn des 14. Jahrhunderts umbenannten. Seit 1937 gehört die Burg der Stadt Wien, die sie als Veranstaltungsort nutzt; im November 2023 wurden dort zwei neue Glocken im Beisein von Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und Ternitz' Bürgermeister Rupert Dworak eingeweiht.
Die Burg liegt auf einer Anhöhe über dem Sierningtal und ist über die Straße zwischen Sieding und Puchberg am Schneeberg erreichbar, die noch durch eine ehemalige Talsperre führt. Seit der 1996 von den Städten Wien und Ternitz begonnenen Sanierung ist die Anlage für die Öffentlichkeit zugänglich. Sie dient als Veranstaltungsort; erkundigen Sie sich vor der Anreise.
Im Zweiten Weltkrieg war die Burg eines von sechzehn niederösterreichischen Depots für die Kunstsammlungen der Stadt Wien; die Einlagerung begann im August 1943 nach einem Luftangriff auf Wiener Neustadt. Am 2. April 1945 besetzte die Rote Armee die Burg, und bei den noch 1945 beginnenden Rückgaben fehlten geraubte Stücke.
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