Friedhof der Namenlosen, Historischer Friedhof in Simmering, Österreich
Der Friedhof der Namenlosen ist ein Begräbnisplatz im Simmeringer Industriegebiet Wiens, wo unbekannte Leichen bestattet wurden. Die Anlage besteht aus schwarzen Eisenkreuzen auf einem offenen Gelände, das sich zum Donauufer hin öffnet und von alten Fabrikhallen umgeben ist.
Der Friedhof entstand Mitte des 19. Jahrhunderts als Reaktion auf die wachsende Zahl von ertrunkenen Menschen, die aus der Donau geborgen wurden. Die Praxis des Beisetzens unbekannter Toter setzte sich über Jahrzehnte fort, bis sich die Bedingungen in der Stadt veränderten.
Der Friedhof trägt eine stille Trauer um Menschen, deren Namen verloren gingen, und wird von Besuchern als Ort der Andacht wahrgenommen. Die schwarzen Eisenkreuze stehen dicht beieinander und erzählen von einer Gemeinschaft, die diese Vergessenen nicht völlig ohne Würde ließ.
Um den Ort zu besuchen, sollte man sich auf einen Weg durch ein ehemaliges Industriegelände vorbereiten, das ungepflegt wirken kann. Bequeme Schuhe sind zu empfehlen, da der Boden uneben ist und das Gebiet nicht vollständig ausgebaut wirkt.
Jedes Jahr am Allerheiligentag entzünden Besucher Kerzen und Blumen an den Kreuzen, manche bringen handgefertigte Kränze mit. Diese spontanen Akte der Trauer zeigen, wie Fremde das Andenken an diese unbekannten Menschen bewahren wollen.
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