Jüdischer Friedhof Graz, Jüdischer Friedhof in Graz, Österreich.
Der jüdische Friedhof in Graz wurde 1864/65 in Wetzelsdorf an der damaligen Stadtgrenze in der Alten Poststraße angelegt; die erste Beerdigung fand am 14. Juli 1865 im nördlichen Friedhofsteil statt. Das Gelände bewahrt Gräber seit der Gründungszeit, darunter Familiengrabstätten, deren Platzwahl den Gründern der Israelitischen Corporation vorbehalten war. Die 1910 eingeweihte Zeremonienhalle des Architekten Alexander Zerkowitz wurde 1938 zerstört; 1991 wurde eine neue Halle eröffnet.
Im Oktober 1863 beantragte Leopold Ritter beim Grazer Magistrat und der steirischen Statthalterei einen jüdischen Friedhof, da Bestattungen in der Region nicht erlaubt waren und Leichen nach Ungarn transportiert werden mussten. Das k.k. Staatsministerium genehmigte ihn am 10. Jänner 1864, das Grundstück in Wetzelsdorf wurde am 29. November 1864 gekauft, die erste Beerdigung fand am 14. Juli 1865 statt. 1910 folgte die Zeremonienhalle von Alexander Zerkowitz.
Der Friedhof wird von der Israelitischen Kultusgemeinde Graz verwaltet, die 1884 die Führung vom Chewra-Kadischa-Verein übernahm. Die Gründer der Israelitischen Corporation erhielten das Recht auf eine Gedenksäule und die freie Platzwahl ihrer Familiengrabstätten auf immerwährende Zeiten, Leopold Ritter das Vorrecht der ersten Platzwahl. Mittelalterliche jüdische Grabsteine, 1853/54 aus dem Abbruchmaterial der Grazer Burg geborgen, waren einst in die Wand der Zeremonienhalle eingemauert.
Der Friedhof liegt in Wetzelsdorf am westlichen Stadtrand von Graz, an der Alten Poststraße. Das Gelände ist eben und zu Fuß über Wege zwischen den Grabreihen begehbar; die 1991 eröffnete Zeremonienhalle steht am Platz der 1938 niedergebrannten. Besucher kleiden sich zurückhaltend und sprechen leise, da hier weiterhin Bestattungen stattfinden.
Das Friedhofsgelände überstand die Zerstörungen von 1938 und der folgenden Jahre, während fast alle anderen Spuren jüdischen Lebens in Graz verschwanden. Dieses Überleben macht ihn heute zu einem einzigartigen Zeugnis einer verlorenen Gemeinschaft.
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