Linienwall, Befestigungsanlage in Wien, Österreich.
Der Linienwall war ein Befestigungssystem, das Wien im frühen 18. Jahrhundert umgab und aus einem hohen Erdwall, Palisaden und Gräben bestand. Das Netzwerk war mit Toren und Brücken ausgestattet, die als Kontrollpunkte für den Warenfluß dienten.
Kaiser Leopold I. beauftragte 1704 den Bau dieses Befestigungssystems als Schutz vor türkischen und Kuruc-Invasionen. Die Struktur blieb über ein Jahrhundert lang ein wichtiger Verteidigungsmechanismus der Stadt.
Die Kapellen an den Stadttoren erzählen von der täglichen Nutzung dieser Befestigung durch Reisende und Zollbeamte, die dort beteten. Sie spiegeln wider, wie Menschen diesen Ort im 18. Jahrhundert in ihren Alltag einwoven.
Von der ursprünglichen Anlage sind nur wenige Reste erhalten geblieben und können an verschiedenen Stellen in der Stadt beobachtet werden. Der beste Ort zum Sehen einer Ruine ist der Bereich nahe der Wiener S-Bahn an der Landstrasser Gurtel.
An den Stadttoren wurden achtzehn Kapellen errichtet, die dem heiligen Johannes von Nepomuk geweiht waren und Reisenden einen Ort der Andacht boten. Diese religiösen Bauwerke verbanden das rein militärische Projekt mit dem geistlichen Leben der Menschen, die täglich den Durchgang passierten.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 60,000 Mitwirkenden weltweit.