Schladminger Gletscher, Alpengletscher in Obertraun, Österreich.
Der Schladminger Gletscher ist nach dem Hallstätter und dem Großen Gosaugletscher der drittgrößte Gletscher des Dachsteingebirges: 1850 bedeckte er 2,163 km², 2015 nur noch annähernd 0,680 km². Eine ausgeprägte Zunge fehlte ihm; beim Höchststand endete er in breiter Front, und der Abfluss lief mehrere hundert Meter oberirdisch in einem Bach, bis er in Dolinen und Karstwannen versiegte. Der tiefste Punkt lag 2018 bei rund 2540 m, Fließbewegung zeigt er kaum noch.
Um 1850 erreichte der Gletscher mit 2,163 km² seinen letzten Höchststand; 2015 waren es nur noch annähernd 0,680 km², also mehr als zwei Drittel weniger. Friedrich Simony beschrieb ihn Mitte des 19. Jahrhunderts als allgemein spaltenarm, nur am etwa 45 Grad steilen Abfall zum Großen Koppenkarstein mit tiefen Spalten. Beim Höchststand endete er in breiter Front ohne ausgeprägte Zunge, und sein Schmelzwasser floss mehrere hundert Meter oberirdisch, bevor es in Dolinen und Karstwannen versiegte.
Der Name Schladminger Gletscher verweist auf die Stadt Schladming, 9,1 km südlich. Am Plateau um das Eis liegen Almen, die alte Karten als Zlacken (Lackenmoosalm), Langkaralm, Gjaidalm, Taubenkaralm, Schönbichlalm und Modereckalm verzeichnen. Die Sage von der übergossenen Alm erzählt von Hirten, die vom vielen Milchreichtum so übermütig wurden, dass sie darin badeten und die Böden mit Käselaiben auslegten, bis die Weiden unter Eis begraben wurden.
Die 1969 eröffnete Dachstein-Südwandbahn führt von der Türlwandhütte (1692 m) zum Hunerkogel (2687 m) und erschließt das Gletschergebiet. Der tiefste Punkt des Eises lag 2018 bei rund 2540 m, bei der Talstation des damaligen Schladminger Liftes. Der Gletscher zeigt kaum noch Fließbewegung, und die Verbindung zum Hallstätter Gletscher im Bereich des Gjaidsteinsattels riss im Sommer 2025 ab.
Südöstlich des Gletschers wurde 1996 auf 2040 m im langen Kar Brunngrube eine spätbronzezeitliche Siedlung entdeckt; die 14C-Datierung ergab ein Alter von 3.385 Jahren. Ähnliche Funde kennt man auch aus anderen Gletschervorfeldern.
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