Schloss Altkettenhof, Barockschloss in Schwechat, Österreich
Das Schloss Altkettenhof ist ein U-förmiges Barockschloss in Schwechat, das sich nach Osten öffnet und von einem weitläufigen Park umgeben ist. Die Fassade ist mit Pilastern und Risaliten verziert; auf der Südseite liegt ein großer Wintergarten, nordseitig dient ein Söller als Terrasse. Das Gebäude liegt zwischen den Flüssen Schwechat und Kalter Gang.
Das Schloss Altkettenhof entstand im 13. Jahrhundert als kleinere Anlage im Schwechater Ortsteil Alt-Kettenhof und wurde fortwährend erweitert. 1760 erwarb und erweiterte Kanzler Heinrich Kajetan von Blümegen das Schloss und gründete dort 1766 die Kettenhofer Zitz- und Kattunfabrik. Johann Bernhard von Rechberg kaufte es 1850 und bewohnte es bis zu seinem Tod 1899; 1872 ging es an den Brauindustriellen Anton Dreher junior.
Heinrich Kajetan von Blümegen gründete 1766 mit zwei Partnern die Kettenhofer Zitz- und Kattunfabrik, eine dem Schloss verbundene Druckstofffabrik. Johann Ziegler, später Mitbesitzer des Schlosses, leitete sie als Direktor. Heute sind im Gebäude ein Bezirksgericht und die Justizschule untergebracht; die frühere Fabrik sieht man daher nur von außen.
Das Schloss beherbergt heute ein Bezirksgericht und eine Justizschule, die rechtliche Bildung und administrative Dienste für die Region anbietet. Besucher sollten beachten, dass bestimmte Bereiche aufgrund der offiziellen Nutzung möglicherweise nicht zugänglich sind.
Der neobarocke Umbau von 1902 durch Emil Bressler und Johann Miksch kostete rund 800.000 Kronen, etwa 4 Millionen Euro. Die Innenausstattung gestaltete der Wiener Möbelbauer Portois & Fix. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Brücke über die Schwechat nahe der Liesingmündung behielt ihre Fundamente bis 2009; beim Hochwasserschutz wurden sie entfernt.
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