Voithvilla, Neobarockes Herrenhaus in St. Pölten, Österreich
Die Voithvilla ist ein neobarockes Herrenhaus in St. Pölten, das 1913 bis 1917 nach Plänen von Rudolf Frass für den Industriellen Walther Voith errichtet wurde. Der Haupttrakt hat ein gestaffeltes Mansarddach, eine Nordfassade mit mittigem Risalit und vier Säulen tragendem Vordach sowie eine Gartenfassade mit zwei oktogonalen Risaliten und halbrundem Balkon. Die weißen Fenster sind im Original erhalten und von türkisen Fensterläden umgeben.
Die Firma Voith eröffnete 1903 ein Zweigwerk in St. Pölten, dessen Leitung Walther Voith, ein Sohn Friedrich Voiths, übernahm. Er beauftragte Rudolf Frass mit der Planung eines Herrenhauses: Pförtnerhaus und Umfriedung entstanden 1910–1911, die Villa ab 1913 und wurden 1917 samt parkartigem Garten fertiggestellt. Alfred Keller zeichnete für den nordseitigen Wirtschaftstrakt von 1922 und die ostseitige Veranda von 1929 verantwortlich. 1945 wurde der Komplex unter USIA-Verwaltung gestellt und die Villa als Kinderhort genutzt; 1960 schenkte man ihn der Stadt St. Pölten.
Das Gebäude beherbergt heute das Kulturheim Süd mit einer Musikschule und wird als Ort für Trauungen genutzt. Die Räume laden Besucher zu Konzerten und kulturellen Veranstaltungen ein, die regelmäßig stattfinden.
Das Gelände ist tagsüber frei zugänglich und ideal für einen Spaziergang durch den Park mit seinen Wasserbecken und Statuen. Der Besuch im Kulturheim Süd erfordert je nach Veranstaltung eine Anmeldung oder ein Ticket.
1945 wurde die Voith unter USIA-Verwaltung gestellt, und die Villa diente als Kinderhort. Nach dem Ende der Besatzungszeit führte Voith den Hort weiter, bis der gesamte Komplex 1960 der Stadt St. Pölten geschenkt wurde.
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