Wienerwald-Heldendenkmal, Kriegsdenkmal in Klosterneuburg, Österreich
Das Wienerwald-Heldendenkmal ist ein massiver Rundbau von 12 Metern Höhe, 1916 nahe der Wiener Stadtgrenze auf Weidlingbacher Gemeindegebiet errichtet. Die Kuppel scheint von zwölf Säulen getragen und trägt eine Laterne mit einem Helm, der mit Lorbeer- und Eichenlaub geschmückt ist. Verarbeitet wurden rund 186 Kubikmeter Bruch- und Kunststein sowie 18 Tonnen Portlandzement.
1916 errichteten Soldaten der österreichisch-ungarischen Armee das Denkmal in ihrer Freizeit unter Landsturmoberleutnant Engelbert Robert Tula auf einem von Fürst Johann Schwarzenberg geliehenen Grundstück im heutigen Schwarzenbergpark. Tula meldete die Arbeiten dem Kriegsministerium und ersuchte um eine Weihe mit Militärseelsorger und Militärmusik; das Ministerium lobte die patriotische Aktion, rügte aber die Umgehung des Dienstweges, verbot den Verkauf seiner Gedenkschrift und Ansichtskarten und ließ ihn die Spenden zurückzahlen. Nach 1918 verwuchs die Wiese, und Pflanzen schlugen auf dem Bauwerk Wurzeln. Die Gemeinde Wien, die den Park 1958 erwarb, wollte das baufällige Denkmal abtragen; der Österreichische Kameradschaftsbund renovierte es, und Dokumente aus dem Kriegsarchiv klärten Erbauer und die teils unleserlichen Inschriften. Am 24. Mai 1970 wurde es im Beisein von Oberst Josef Gerstmann und Tulas Tochter neuerlich eingeweiht.
Drei Inschriften wurden bei der Errichtung angebracht: eine Ehrung der Schützer der Heimat, der Hinweis, dass Oberleutnant Engelbert Tula und Mannschaften der Landsturm-Abteilung I/IV, Hameau, das Bauwerk 1916 errichteten, sowie eine Widmung der Soldaten an die Gefallenen der verbündeten Armeen Österreich-Ungarns, Deutschlands, der Türkei und Bulgariens. Zur Wiedereinweihung 1970 kamen zwei weitere Tafeln hinzu.
Das Denkmal steht auf dem Gelände des Schwarzenbergparks in Weidlingbach, auf Klosterneuburger Seite der Wiener Stadtgrenze. Es ist ein Bauwerk im Freien ohne Tor und ohne besetzten Eingang und daher zu jeder Tageszeit zu sehen. Man erreicht es zu Fuß über die Wege des Parks; der runde Sockel und die umstehenden Bäume machen es von der Wiese aus leicht ausfindig.
Das Monument wurde unter schwierigen Bedingungen während des Krieges errichtet, wobei die Arbeiter große Mengen an Stein und Zement bewegen mussten, um die Struktur zu vollenden. Diese handwerkliche Leistung unter Kriegsbedingungen zeigt die Bedeutung, die die Soldaten der Vollendung dieses Denkmals beimaßen.
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