Alserkirche, Barocke Pfarrkirche in der Josefstadt, Wien, Österreich
Die Kirche zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit ist ein Barockbau in der Alser Straße mit zwei charakteristischen Türmen, die mit Zwiebeldächern gekrönt sind. Das Innere ist mit mehreren Seitenkapellen ausgestattet, die verschiedene religiöse Kunstwerke und Gegenstände beherbergen.
Trinitariermönche begannen 1688 mit dem Bau eines Klosters an der Alser Straße. Die Kirche, nach Plänen von Mathias Steinl und unter Leitung von Christian Alexander Oedtl errichtet, entstand 1694 bis 1704 und wurde 1704 geweiht. 1784 siedelte Kaiser Josef II. die Minoriten vom Minoritenplatz hierher um; sie übernahmen die Seelsorge für das Allgemeine Krankenhaus, das Gebär- und Findelhaus und später das Gefangenenhaus. Von 1784 bis 1938 führte die Pfarre standesamtliche Matriken.
Bekannt ist die Kirche durch zwei Komponisten: Am 29. März 1827 wurde hier der Leichnam Ludwig van Beethovens eingesegnet, und am 4. Oktober 1829 fand die Uraufführung von Schuberts Es-Dur-Messe D 950 statt, da sein Freund Michael Leitermayer hier Chorregent war. Zwei Bronzereliefs von Josef Tautenhayn d. J., 1927/28 vom Wiener Schubertbund angebracht, erinnern an der Kirchenfront an beide.
Der Zugang zur Kirche führt durch einen verbundenen Kreuzgang, in dem Besucher Votivtafeln und weitere religiöse Objekte sehen können. Die angrenzenden Kapellen sind über das Hauptgebäude zugänglich und laden zu einer ruhigen Besichtigung ein.
Die hier von 1784 bis 1938 geführten Pfarrmatrikeln enthalten den Sterbeeintrag Ludwig van Beethovens vom 26. März 1827: „Ludwig van Beethoven, lediger Tonsetzer, zu Bonn im Reich geb., 57 Jahre alt, gest. an Wassersucht“. Wegen des nahen Gebärhauses, in dem ledige Mütter anonym entbinden konnten, besitzt die Pfarre eines der größten Matrikenarchive Europas.
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