Kloster Güssing, Franziskanerkloster und Wallfahrtskirche in Güssing, Österreich
Die Klosterkirche Mariä Heimsuchung ist die Klosterkirche des Franziskanerklosters in Güssing, erbaut 1641–1647, vermutlich nach Plänen des kaiserlichen Hofbaumeisters Philiberto Lucchese. Die Kirche wurde am 7. April 1652 von Johann Püsky, Erzbischof von Kalocsa und Bischof von Győr, konsekriert. Die Anlage, ursprünglich Teil der Stadtbefestigungen, umfasst die Kirche, die Konventsgebäude und die Batthyány-Familiengruft, die zweitgrößte Gruftanlage Österreichs.
Das erste Kloster auf dem Schlossberg stiftete Graf Wolfer 1157 als Benediktinerhaus; Béla III. ließ es zur Steinburg ausbauen, die 1198 als Novum Castrum urkundlich genannt wird. Ein zweites, von Augustiner-Eremiten geführtes Kloster stand seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts am Ort der heutigen Anlage und ist erstmals in einer Urkunde von 1519 belegt. Balthasar Batthyány vertrieb die Augustiner 1569; nach Schäden beim Angriff Bocskai 1604 ließ Adam I. Batthyány Kloster und Kirche 1641–1647 neu errichten, die Franziskaner zogen am 9. Juni 1649 ein.
Die Kirche ist Mariä Heimsuchung geweiht, ein Titel, der bereits in einer Schenkungsurkunde Lorenz Ujlakis von 1519 belegt ist. Seit 2013 trägt sie den Rang einer Basilica minor und dient als Wallfahrtskirche der Diözese Eisenstadt. Die Klosterbibliothek bewahrt rund 7.000 Werke, darunter den Stirpium Nomenclator Pannonicus von Carolus Clusius und das Regiment der jungen Kinder von Bartholomäus Metlinger, das zweitälteste pädiatrische Werk der Weltliteratur.
Die Anlage liegt am Ostrand der Inneren Stadt an der Kreuzung von Hauptstraße, Pater-Gratian-Leser-Straße und Clusiusweg, am Fuß des Schlossberges. Der unbebaute Ostteil des einstigen Angers vor dem Hauptportal der Basilika dient heute als Kirchenvorplatz. Das früher im Süden anschließende Osttor der Stadt wurde im 20. Jahrhundert aus verkehrstechnischen Gründen abgebrochen.
Die Klosterbibliothek umfasst rund 7.000 Werke, darunter den von Carolus Clusius verfassten und von Johannes Manlius gedruckten Stirpium Nomenclator Pannonicus sowie Bartholomäus Metlingers Regiment der jungen Kinder, das zweitälteste pädiatrische Werk der Weltliteratur. Die 2013 zur Basilica minor erhobene Kirche ist zudem Grablege des seligen Ladislaus Batthyány-Strattmann.
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