Karner, Michaelskapelle, Kapelle in Hallstatt (16983)
Das Ossarium in Hallstatt ist ein kleines Kapellengebäude, in dem über 600 bemalte Schädel ordentlich in Reihen angeordnet sind. Die Gebeine stammen von Einwohnern, deren Gräber nach etwa zehn bis zwanzig Jahren geleert wurden, um Platz in dem bergumgebenen Friedhof zu schaffen.
Das Gebäude entstammt dem 12. Jahrhundert und wurde Teil der Michaeli-Kapelle, als die enge Besiedlung zwischen See und Berg wenig Platz für Bestattungen ließ. Bereits seit dem frühen 18. Jahrhundert wurden die Schädel bemalt und mit Sterbedaten versehen, eine Sitte, die sich bis heute fortsetzt.
Der Ossuarium-Friedhof zeigt eine alte Tradition der Hallstätter Bevölkerung, ihre Verstorbenen auf besondere Weise zu ehren. Die bemalten Schädel mit Blumen, Daten und persönlichen Symbolen erzählen von familiären Bindungen und dem Umgang mit Trauer, der sich über Jahrhunderte hinweg bewahrt hat.
Das Ossarium liegt auf einem Hügel über dem See und ist zu Fuß vom Friedhof hinter der katholischen Kirche erreichbar; mehrere Wege mit Treppen oder gepflasterten Rampen führen hinauf. Besucher sollten respektvoll sein, leise sprechen und die Gebeine nicht anfassen, da dies ein Ort der Erinnerung ist.
Die neueste Schädel wurde 1983 hinzugefügt, von einer Frau, die ausdrücklich wünschte, hier beigesetzt zu werden, und diese Tradition ermöglicht es noch heute lebenden Hallstättern, in ihren Testamenten um Aufnahme zu bitten. Nach zehn Jahren im Ossuarium wird jeder Schädel gereinigt und neu bemalt, um sein Aussehen zu erneuern.
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