Mariahilfkapelle Birkenberg, Religiöse Kapelle in Telfs, Österreich.
Die Mariahilfkapelle ist ein barocker Rundkuppelbau nach dem Vorbild der Mariahilf-Kirche in Innsbruck. An den kreisrunden Zentralbau schließen drei halbkreisförmige Apsiden mit geschweiften Halbkuppeln an, darüber sitzt eine achteckige Laterne mit hohen Fenstern und Zwiebelhaube. Östlich an die Mittelapsis ist ein viereckiger Turm mit Sakristei im Erdgeschoß angebaut, westlich liegt ein quadratisches Vorjoch mit Stichkappengewölbe. Gemalte Quader und Pilaster mit Dreiecksgiebel schmücken das Äußere.
Friedrich Kranewitter und sein Bruder Johann, Kurat in Ötz, erbauten die erste Kapelle auf eigene Kosten; am 10. August 1648 weihte der Brixner Weihbischof Jesse Perkhofer sie mit einem Altar unter dem Patrozinium Mariä Heimsuchung. Die Wallfahrt wuchs so stark, dass ein größerer Kirchenbau nötig wurde. Der Neubau begann 1692 unter dem Ötztaler Maurermeister Josef Keil d. Ä., der Hochaltar des Stamser Bildhauers Andreas Thamasch ist durch Quittungen von 1693 belegt, der Bau war 1694 vollendet, der Turm 1696. Am 27. August 1698 weihte Fürstbischof Johann Franz Khuen von Belasi die Kirche.
Die Kapelle ist Mariä Heimsuchung geweiht, und ihr Hauptaltar birgt eine Nachbildung des Maria-Hilf-Bildes aus dem Innsbrucker Dom. Bis ins 19. Jahrhundert pilgerten vor allem kinderlose Frauen hierher, um Kindersegen zu erbitten; die Wallfahrt ging zurück und wurde von Maria Locherboden abgelöst. Die kleine schwarze Figur auf dem Altar soll Gertrud Fussenegger zu ihrer Weihnachtserzählung „Mohrenlegende“ angeregt haben.
Vom Ortszentrum Telfs wandert man auf der Untermarktstraße nach Norden, dann auf der Saglstraße nordöstlich bis zur Birkenbergstraße, die etwas steil zum Tenniscafé hinaufführt; von dort sind es noch etwa 350 Meter zur Kapelle. Die Gesamtgehzeit ab Telfs-Zentrum beträgt rund 35 Minuten. Die Kapelle liegt auf Birkenberg 6, nordöstlich des Ortszentrums und westlich der St. Georgen-Siedlung.
Die kleine schwarze Figur auf dem Hochaltar soll Gertrud Fussenegger zur Weihnachtserzählung "Mohrenlegende" angeregt haben; sie verbrachte einen Teil ihrer Kindheit im Gutshof neben der Kapelle, der bis 2014 stand. Der Schriftsteller Karl Schönherr ließ die Villa unmittelbar hinter der Kapelle 1913 erbauen und bewohnte sie bis 1924.
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