Divankhana, Monument aus dem 15. Jahrhundert in Baku, Aserbaidschan
Das Divankhana ist ein Denkmal des 15. Jahrhunderts in Baku und verfügt über einen oktagonalen Rotunda-Pavillon mit spitzem Arkadenbau, steinerner Kuppel und dreiteiliger Galerie um einen geschlossenen Hof. Das Bauwerk erstreckt sich über mehrere Ebenen mit einer achteckigen Halle, einem unterirdischen Gewölbe und einem fünf Meter tiefen Brunnen in der Felsbasis.
Das Gebäude entstand während der Herrschaft von Farrukh Yasar, wobei der Bau um 1500-1501 aufgrund der Ankunft der Safawiden-Armeen in Baku unterbrochen wurde. Dieser Bruch in der Konstruktion markiert einen wichtigen Übergang in der lokalen Herrschaft und Architekturgeschichte.
Der heutige Name des Gebäudes spiegelt die am weitesten verbreitete Theorie wider: dass es als Empfangs- oder Ratssaal diente. Eine Krone, die in den reichen teppichartigen Ornamenten des Westportals eingearbeitet ist, stützt dies als Symbol der Staatlichkeit. Der Grundriss des Saals, ein unterirdisches Gewölbe und koranische Verse (10:26–27) am Eingang deuten zudem auf eine Gedenkfunktion hin.
Die Besucher können mehrere Kammern auf verschiedenen Ebenen erkunden, darunter eine achteckige Halle, ein unterirdisches Gewölbe und einen Brunnen in der Felsbasis. Es ist wichtig, feste Schuhe zu tragen und sich der engen Räume und Treppen bewusst zu sein, die an mehreren Orten vorhanden sind.
Die Quellen erwähnen keinen „Milchbrunnen“ und keinen Bezug zur Frauengesundheit. Sie verzeichnen fünf Brunnen im Hof, 3 bis 15 Meter tief, und eine Treppe in der Mitte des Saals, die in einen Untergeschossraum mit umstrittener Funktion führt, vielleicht ein Grab. Die Historikerin Sara Ashurbeyli vermutete zudem, dass schalenförmige Gruben eines vorislamischen heiligen Ortes das Blut geopferter Tiere aufnahmen.
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