Gouffre de Belvaux, Schluckloch in Han-sur-Lesse, Rochefort, Belgien
Der Gouffre de Belvaux ist die Schwinde, in der die Lesse im Kalkmassiv von Boine bei Han-sur-Lesse verschwindet. Sein Bogen öffnet sich zu einer dunklen Nische, aus der ein Bach über helle, gerundete Steine fließt. Der Grund in 45 Metern Tiefe wurde 1964 tauchend erreicht.
Bob Destreille erreichte am 6. September 1964 den Grund des Schachts auf -45 Metern. 1971 verschwand der Taucher Daniel Ameye im Siphon und wurde nie wiedergefunden. Von 1964 bis 1972 räumte der SCUCL die Drève des Étançons frei und schuf Zugang zu über 500 Metern schiffbarer unterirdischer Lesse. 1987 stellte Claude Grandmont die Siphonverbindung zwischen den Touristengrotten und dem bekannten Ende des unterirdischen Flusses her.
Der Schlund liegt im Tierschutzgebiet des Domaine des grottes de Han an der Lesse bei Han-sur-Lesse. Der Name Belvaux bezeichnet den alten Eingang der Lesse, dessen Portal den Zugang zum Geröllhang der Drève des Étançons öffnet. Das hier verschwindende Wasser tritt rund vierundzwanzig Stunden später am trou de Han auf der anderen Seite des Boine-Massivs wieder aus.
Der Schacht liegt im Tierreservat des Domaine des grottes de Han und ist für Einzelbesucher nicht zugänglich; man erreicht ihn zu Fuß vom Bereich der Grotten von Han über das Boine-Massiv. Der Zugang zum Wasser und zum 45 Meter tiefen Schacht ist Höhlenforschern und Tauchern vorbehalten. Im Winter kann die Lesse die Senke der Chavée überfluten, wenn ihre Abflussmenge 27 Kubikmeter pro Sekunde übersteigt.
In den Wintermonaten kann der Fluss seine unterirdische Kapazität überlasten und an die Oberfläche zurückkehren. Diese seltenen Überschwemmungsereignisse folgen dem alten Flussverlauf rund um die nahegelegene Boine-Massiv und zeigen, wie das Wasser die Landschaft über Jahrtausende geformt hat.
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