Bad- und Waschanstalt Winterthur, Historische Badeanstalt in Altstadt, Winterthur, Schweiz.
Die Bad- und Waschanstalt Winterthur, das erste Hallenbad der Schweiz, stand an der Ecke Badgasse/Neustadtgasse in der Winterthurer Altstadt. Der im maurischen Stil gehaltene Bau nach Plänen von Stadtbaumeister Karl Wilhelm Bareiss umfasste zwölf Marmorwannenbäder, zwei Duschen, ein türkisches Bad mit Abkühlraum und ein Schwimmbad von 12 × 8 m bei 80 cm bis 1,8 m Tiefe. Hufeisenfenster und ein minarettförmiger Kamin trugen ihm den Beinamen «Badewannenmoschee» ein.
Die Bad- und Waschanstalt Winterthur wurde zwischen 1862 und 1864 nach Plänen des Stadtbaumeisters Karl Wilhelm Bareiss neben dem ehemaligen Lörlibad errichtet und 1864 als erstes Hallenbad der Schweiz eröffnet. 44 Jahre lang blieb sie das einzige Hallenbad des Landes, bis 1906 das Volksbad St. Gallen öffnete. Nach der Eröffnung des Hallen- und Freibads Geiselweid 1911 wurde die Badanstalt 1915 geschlossen. Ein für 1975 geplanter Abbruch wurde durch Bürgerproteste verhindert.
Der maurische Stil trug dem Bau den Übernamen «Badewannenmoschee» ein. Hufeisenfenster und Ornamente erinnerten an die Badekultur des Orients, der Kamin hatte die Form eines Minaretts. Der Badebetrieb war streng nach Geschlechtern getrennt, und das Bad war nur von Mai bis Oktober offen.
Das Gebäude steht an der Ecke Badgasse/Neustadtgasse in der Winterthurer Altstadt und ist kantonal sowie eidgenössisch geschützt. Nach der Schliessung des Bads 1915 diente es als Gantlokal, sollte 1975 abgerissen werden und beherbergte später eine Polizeiwache. Ein 2023 vergebenes Wellnessbad-Projekt scheiterte zwei Jahre später an höheren Kosten.
Der Übername «Badewannenmoschee» rührt von der maurischen Fassade mit Hufeisenfenstern und dem minarettförmigen Kamin her. Die zwölf Wannenbäder waren aus Marmor, ohne dass die Quellen Carrara nennen. Das Schwimmbad mass nur 12 × 8 m bei einer Tiefe zwischen 80 cm und 1,8 m und blieb in seiner Art ein Unikat.
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