Ehemalige Stiftskirche Amsoldingen, Romanische Kirche in Amsoldingen, Schweiz.
Die ehemalige Stiftskirche Amsoldingen ist eine querschifflose Pfeilerbasilika mit hochgelegenem Chor und ursprünglich drei Apsiden; der heutige Turm ersetzte die südliche Apsis, deren Fundamente noch sichtbar sind. Die Kirche wurde vor dem Jahr 1000 anstelle eines Baus von um 700 errichtet und zeigt lombardische Einflüsse. Die Krypta von um 1200 birgt römische Spolien aus Aventicum und Allmendingen.
Die Kirche ersetzte einen um 700 errichteten Vorgängerbau und wurde der Legende nach von Rudolf II. von Burgund und Berta von Alamannien gegründet. Ihr war ein weltliches Chorherrenstift angeschlossen, das 1191 bei der Eroberung des Berner Oberlandes durch die Zähringer verwüstet und um 1200 wiederhergestellt wurde. Um 1400 entstand der gotische Turm, 1484 wurde das Stift aufgehoben und dem Berner Münster angegliedert, 1501 wurde die Kirche Pfarrkirche.
Bis zur Berner Reformation 1528 war die Kirche dem Heiligen Mauritius geweiht. Kurz davor wirkte der Reformator Johannes Haller, ein Mitstreiter Huldrych Zwinglis, als Pfarrer, musste Amsoldingen aber 1525 wegen seiner Heirat verlassen. Von 1726 bis 1738 lebte Samuel Lutz, ein Freund Nikolaus Ludwig von Zinzendorfs, im Ort und machte ihn zu einem Zentrum des Pietismus.
Das Gebäude liegt an der Chorherrengasse 4 und hat Zugänge für Besucher, die die Räume erkunden möchten. Die Gemeinschaft nutzt das Gebäude regelmässig für Veranstaltungen, was zu unterschiedlichen Öffnungszeiten führen kann.
Die um 1200 entstandene Krypta birgt römische Spolien aus Aventicum und Allmendingen. Bis 1876 diente sie als Pfarrhauskeller und Käselager. Der Turm ersetzte die südliche Apsis, deren Fundamente teilweise noch sichtbar sind.
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